Poisonblack: Drive (2011) Book Cover Poisonblack: Drive (2011)
Hype Records
23.09.2011
www.poisonblack.com

Tracklist:

  1. Piston Head
  2. Mercury Falling
  3. A Good Day For The Crows
  4. Maggot Song
  5. From Now-Here To Nowhere
  6. Sycophant
  7. The Dead-End Stream
  8. Futile Man
  9. Scars
  10. Driftwood

Ende April haben Poisonblack ihr fünftes Studioalbum auf den finnischen Markt gebracht. Am 23. September ist es dann endlich auch in deutschen Plattenläden zu haben.

Schon beim Anblick des CD-Covers (zwei Pinup-Girls vor einer Guillotine) wird klar, dass jetzt ein anderer Wind weht und sich seit der letzten CD einiges geändert haben muss. Die Band selbst hat "Drive" als ihr groovigstes, direktestes, und überhaupt als die beste Platte beschrieben, die sie bisher gemacht haben. Wie recht sie damit haben, wird sich nach dem ersten Anhören herausstellen:

"Piston Head" ist der erste Song des Albums, und die Veränderung hört man auf Anhieb. Von Gothic-Stimmung keine Rede mehr, jetzt ist Groove angesagt. Mit dem zweiten Song, der Single-Auskopplung "Mercury Falling" geht's auf der gleichen Linie und mit einem ins Ohr gehenden Refrain weiter.

Still und unauffällig haben Poisonblack an dieser Platte gearbeitet, und die Songs in Dänemark eingespielt. Produziert wurde das Album von Tue Madsen, der unter anderem auch für die zwei letzten Alben von The Haunted verantwortlich ist.

Mit "Drive" greift die Band zurück auf die Grundelemente des traditionellen Rock 'n' Roll, und wer bisher beim Anhören von Poisonblack-Alben immer noch mehr oder weniger unwillkürlich die Verbindung zu Sentenced gemacht hat, wird nun zum ersten Mal die Band als ein völlig eigenständiges Projekt sehen, was mit Sicherheit auch so beabsichtigt war. Die Rockvariante passt jedenfalls überraschend gut, sogar auf Laihialas Stimme, die ansonsten als einziges Element altvertraut ist.

Ein paar Schwachstellen hat das Album dennoch:
"From Here To Nowhere", "Scars" und "Futile Man", die langsameren Balladen erinnern zu sehr an den alten Poisonblack-Stil. Wenn schon neu, dann auch richtig; es ist schade, dass dadurch der leichtere, rockigere Gesamteindruck des Albums beeinträchtigt wird. Ohne diese drei Songs wäre "Drive" ein perfekt zusammengestelltes, in sich harmonierendes Werk der Extraklasse – es ist immerhin schwer für eine Band mit eingeschworener Fanbase, die musikalische Richtung zu wechseln, und dabei weiterhin authentisch zu bleiben. Poisonblack wäre das mit "Drive" hundertprozentig gelungen, würden sie nicht zwischendurch in alte Gewohnheiten zurückfallen.

Die besten Stücke des Albums sind "Mercury Falling", "A Good Day For The Crows" und "The Dead-End Stream", denn alle drei haben Ohrwurm- und Radiopotential.

Die "neuen" Poisonblack werden möglicherweise einige alte Fans verlieren, aber höchstwahrscheinlich jede Menger neuer Fans hinzugewinnen, wenn sie auf dieser Schiene weiterfahren. Wer offen ist für Veränderungen und Lust hat, kräftig abzurocken, dem sei die Scheibe wärmstens empfohlen.