Paris Obscur: The King (2016) Book Cover Paris Obscur: The King (2016)
Dark Ambient
Désinvolte Records
15.03.2016
www.paris-obscur.com

Tracklist:

  1. Ne M Oublie Pas
  2. The Road
  3. The Ghost
  4. Allein
  5. Make Me Dream
  6. La Bas
  7. Je Suis
  8. As I Am
  9. I Own You
  10. Happy Enough
  11. C Est Trop Mignon
  12. My Friend
  13. A Part Of Me Dies Tonight
  14. The King
  15. Ta Vie
  16. Paris Le 13 Novembre 2015

Mein Gedanke nach dem ersten Durchlauf von “The King”: „Auweia… Was ist das denn?“ Ich hatte danach tierische Lust, die Scheibe in der Luft zu zerreißen. Aber nach nur einmal hören, kann man ein Album nicht kompetent beurteilen. Nach mehreren Durchläufen ist zwar der Gesamteindruck besser geworden, dennoch ist ein sehr fader Beigeschmack geblieben.

Grund dafür ist zum einen der monotone Stil. Ihr müsst euch vorstellen, dass man hauptsächlich Klavier und den tiefen Gesang von Paris hört. Das ist immer die Basis. Dazu kommt noch größtenteils das Schlagzeug und je nachdem haben wir hier ein wenig Elektronik, hier ein wenig Gitarre, da ein wenig Gruseleffekte und dann da variieren wir mal Gesang indem man zwischen Deutsch, Französisch und Englisch hin und her wechselt.

An und für sich, sind das schon gute Zutaten um daraus ein gutes, spannendes Album zu machen, aber nicht so wie es hier der Fall ist. Was eventuell das Album hätte besser klingen lassen wäre, wenn man ein paar Songs weggelassen hätte damit das Ganze nicht zu lang und zu zäh wirken würde. Immerhin geht das komplette Album 75 Minuten lang. Das ist doch zuviel des Guten. Aber wie heißt es so schön: „Hätte, hätte, Fahrradkette“.

Was ich auf der Homepage von Paris Obscur herauslesen konnte war, dass er (Paris Obscur) „diese Geschichten erzählt, auf eine Art und Weise, die weder wissenschaftlich, noch journalistisch sind, sondern konzentriert sich auf Sichtweisen und Perspektiven, vor allem die von verschiedenen Charakteren in der gleichen Situation.“ Ähm ja, soweit schön und gut, aber es zwar verträumt romantisch zu arrangieren, aber zu wenig Abwechslung mit hineinzubringen, ist es klar das er zum Scheitern verurteilt ist. Vor allem wenn man bedenkt, dass er eine 10-jährige Erfahrung als professioneller Musikschriftsteller für die Werbebranche vorweisen kann und es besser wissen sollte. Oder war es mit Absicht das `Happy Enough` (unfreiwillig?) lustig klingt? Das `Allein` entfernt an das (total nervige) `Allein Allein` von Polarkreis 18 erinnert mit seiner permanenten „Allein“ Wiederholung? Wenn ja, dann ist das wirklich nicht meine Welt…

Nach soviel Kritik, komme ich zum Positiven (ja, das gibt es auch): Auch wenn die Stimme monoton eingesetzt wird, wirkt sie bei der Single `The Road` sehr stimmig. Entfernt erinnert sie an Pete Steele (Type O Negative, R.I.P.). Und die beiden Tracks `Ne M Oublie Pas` und `Paris Le 13 Novembre 2015´ geben dem Album noch etwas Positives.

Fazit:
Auch wenn Paris Obscur von Depeche Mode, Leonhard Cohen, The Cure und Nick Cave beeinflusst worden ist, fehlt hier deutlich die Brillanz um auch nur annähernd auf das (einstige) Niveau dieser Künstler zu kommen. Wären die genannten positiven Punkte nicht gewesen, hätte ich einen Stern sogar noch abgezogen. „The King“ ist alles andere als königlich was uns Paris Obscur vorsetzt. Als Hofnarr bzw. Alleinunterhalter für einen König zu arbeiten könnte es knapp werden…