Nocte Obducta: Mogontiacum (2016) Book Cover Nocte Obducta: Mogontiacum (2016)
Dark Metal
Mdd Records (Alive)
24.06.2016
www.nocte-obducta.de

Tracklist:

  1. Am Ende des Sommers
  2. Glückliche Kinder
  3. Ein Ouzo auf den Nordwind
  4. Lethe, Stein und See - Teil I
  5. Löschkommando Walpurgisnacht
  6. Desihra Mogontiacum
  7. Die Pfähler
  8. Am Waldrand
  9. Lethe, Stein und See - Teil II
  10. Im Dunst am ewigen Grab der Sonne

Die Band „Nocte Obducta“ gibt es bereits seit 1995, wurde 2006 aufgelöst und feierte ihre Neuformierung im Jahre 2010. Immer etwas in Schatten von größeren Bands spielen „Nocte Obducta“ immer ihren ganz eigenen Band-Stil, der sich nicht ganz genau in ein Sub-Genre einordnen lässt. Irgendwo zwischen Experimental – und Blackmetal hat sich eine Nische für diese Ausnahme-Musiker gefunden.

Nach dem esoterisch anmutenden Intro „Am Ende des Sommers“ wird in bester Post-Punk Manier mit „Glückliche Kinder“ losgerockt. Ein wirklich kraftvolles Stück, das die Welten des Punkrock mit dem Black Metal zusammenbringt. Giftige Growls treffen auf schnelle Gitarren. Einen sehr ungewöhnlichen Abschiedssong präsentieren die Herren mit „Ein Ouzo auf den Nordwind“.

Sehr experimentell und trotzdem eingänglich zeigen sich „Nocte Obducta“ mit diesem Beitrag. Das wohl brutalste Stück auf diesem Album ist „Löschkommando Walpurgisnacht“. Ein wahrer Knüppel-Song, der sich nur für hartgesottene Black-Metal Fans eignet. Das Epos „Desihra Mogontiacum“ besticht durch seine beeindruckende Länge von knapp 20 Minuten, hier werden wirklich sämtlichen Emotionen Ausdruck verliehen und in diesem Fall wird insbesondere dem „Hass“ Tribut gezollt.

„Der Pfähler“ ist ein Dark-Metal- Stück, dass sehr atmosphärisch daherkommt. Kein Track zum schnellen Durchhören, eher zum Genießen und Bewundern der musikalischen Fähigkeiten dieser Band. Das Ende dieser CD wird schließlich mit „Im Dunst am ewigen Grab der Sonne“. Deutlich melodischer als der Rest präsentieren die Musiker hier ihre Kunst. Ein gesprochener Text wirkt noch eindringlicher als die giftigen Growls.

Fazit:
„Nocte Obducta“ experimentieren gern und auch im Fall des neuen Albums „Mogontiacum (Nachdem die Nacht herabgesunken)“ spürt man diese Neugier, die diese Band auszeichnet. Dieses Album lebt von den Gegensätzen in sich. Auf der einen Seite findet man atmosphärische Klänge, auf der anderen Seite wirklich giftige Growls, die eine wirklich bedrohliche Stimmung schaffen. Für eingefleischte Black-Metal Fans ist dieses Album definitiv ein Geheimtipp.

Vorheriger ArtikelReview: L7 mit White Miles im Gruenspan – dirty pole dancer Grrrr (02.09.2016, Hamburg)
Nächster ArtikelBrainstorm: Memorial Roots (2016)
Um unglaublich international zu wirken, hat die Redaktion einen Headhunter auf DEN Berliner angesetzt. DAS Phantom, wie es aus Szenekreisen heißt, hat viele Tarnidentitäten. Gesichert ist, dass der Dämon – ein gerade mal 76 Zoll großer metalbesessener Gothik-Zwerg – im Nebenerwerb als Schauma-Shampoo-Model jobbt und einen mittel bis stark ausgeprägten Festivalfetisch pflegt, sich während der Wintermonate mit Kneipensport Ersatzbefriedigung verschafft und eine ruhige Kugel in seinem Prinzessin-Lilliefee-Darkroom schiebt. Ob es das Spandauer Edelexemplar wirklich gibt oder auch Bernhardt nur ein Pseudonym ist, konnte bisher nicht geklärt werden.