Muse: Drones (2015) Book Cover Muse: Drones (2015)
05.06.2015
www.muse.mu

Tracklist:

1. Dead Inside
2. [Drill Sergeant]
3. Psycho
4. Mercy
5. Reapers
6. The Handler
7. [JFK]
8. Defector
9. Revolt
10. Aftermath
11. The Globalist
12. Drones

 

Einfach nur wow. Das Album muss man sich gleich mehrfach durch den Kopf gehen lassen. Es ist zum größten Teil nicht nur musikalisch ein Leckerbissen, sondern auch inhaltlich sehr anspruchsvoll. Muse machen erstklassigen Rock, der schon hörenswert ist. In diesem Falle versteckt sich hinter den zehn Songs ein intelligentes Konzeptalbum, das trotz des ernsten Themas Dronenkrieg echt Spaß macht. Und die Samples / Einspielungen kommen einem dabei wohl bekannt vor. „Full Metal Jacket“ lässt grüßen. So zum Thema passt es da natürlich, wenn sich ein junger Mensch in die tödlichen Griffe des Militärs begibt. „Psycho“ ist da ebenso wie „Mercy“ ein toller Song. Voller Power toller Gitarrenklänge und vom Text eine Geschichte, die auch für sich stehen kann. Wobei letzterer dem einen oder anderen TV Junkie schon bekannt sein sollte. Straft mich lügen, aber einer der privaten TV-Sender hat den schon hoch und runter gespielt.

Muse selbst spielen wieder einmal guten Rock, der sicher auch noch in einigen Jahren nicht langweilig klingen wird. Zu dem klassischen Repertoire wie Gitarre, Bass und Drums bekommen Matthew Bellamy, Howard und Christopher Wolsteholme es unheimlich gut hin, ihre technik-kritischen Gedanken zu positionieren ohne dabei gleich selbst komplett technikfeindlich zu sein. Obwohl ich selbst dabei kein Freund von diesen typischen Pausenballaden bin, kommt mir die 10Minuten Ballade von „The Globalist“ doch recht. Wenn ich auch von „Aftermath“ gelangweilt bin. Nur ein Song halt nicht mehr. Jedenfalls in meinen Ohren nach dem gleichfalls nicht so richtig einschlagenden, wenn auch auf mittlerer Bewertungsskala ein zu ordnenden „Revolt“ ist „The Globalist“ mit viel mehr Spannung und einem an „the Queen“ angelehnten epischen Charakter im Klavierspiel. Gleichwohl sind da Erinnerungen an „Bohemian Rapsody“ nicht von der Hand zu weisen und bildet somit einen schönen Abschluss. Doch ein Konzeptalbum muss auch damit zurechtkommen. Es ist nicht das Ende.

„Drones“, gleichwohl Titelsong und Ende der Scheibe, ist nett. Nun ja, äh, mehr muss es nicht sagen. Es bildet das inhaltliche Ende der Story, aber eben könnte dem Rockherz auch dort bleiben, wo es sich wohl fühlen würde. Nur bitte nicht auf dieser Scheibe. Wenn ich auch weiterhin sehr, sehr begeistert von diesem Album bin, würde ich mir für unterwegs im Auto auf dem Handy usw. dann einfach zwei Songs „löschen“! Schon hab ich ein perfektes Album. Nur eben nicht so, wie es gedacht war.
Anspieltipps: Psycho, The Handler, The Globalist

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Oliver Garrandt ist ein ECHTER Fotograf! Echt jetzt!! Mit Betonung auf Graf, aber in der Regel inkognito, mit Verzicht auf Titel und jegliches Zeremoniell. Alles andere wäre albern und unpraktisch. Man erzählt sich, von Garrandts Sommerresidenz in Dings bei Bums sei soetwas wie das rebellische Knusperhäuschen der internationalen Anti-Low-Carb-more-Fat-Bewegung. Ein käseüberbackenes, solarbetriebenes Nudelparadies mit extradünnen Extras. Der blaublütige Pixelprommi is so fucking real und exclusiv, der lebt sogar seinen Hang zu Electro und alternativer Musik, „die gern auch Crossover Industrial und Metal beinhalten darf“, offen aus.