Morian: Sentinels Of The Sun (2007) Book Cover Morian: Sentinels Of The Sun (2007)
Wiebke Essert
Dynamic Ar
16.05.2007
www.morianband.com

Tracklist:

  1. Firewalkers
  2. The Legion Of Two
  3. Away From The Sun
  4. The Rats In The Walls
  5. Tomorrow She Comes
  6. Flak Jacket
  7. Sleep Of The Just
  8. Recoil
  9. Warmongers Ball
  10. Smoke And Mirrors
  11. Remains To Be Seen

Finnland hat schon länger den Ruf erworben, über eine unerschöpfliche Quelle an Rockbands zu verfügen. So machen sich MORIAN aus Jyväskylä auf, um mit ihrem Erstling „Sentinels Of The Sun“ eine größere Hörerschaft auf sich aufmerksam zu machen.

Nach seinem verheißungsvollen Beginn mit zum Mitwiegen animierenden Synthieklängen entpuppt sich der Opener „Firewalkers“ im Refrain gleich als sehr ohrwurmlastig, die Zeilen „she´s dead/wrapped in plastic/still waiting there to pull your under“ fressen sich in den Gehörgang, woran die Reibeisenstimme von Sänger Janne Siekkinen sicher nicht ganz unschuldig ist. Schwere Gitarrenriffs sorgen für einen höhergeschraubten Härtegrad, der im Folgenden  bei „The Legion Of Two“ etwas reduziert wird zugunsten des Rock´N´Roll-Feeling und einer gehörigen Portion Herzschmerz. Schmerz ist auch das Thema des dritten Songs gekleidet in einen Song, der trotzdem leicht vor sich hinfließt und vom Kontrast zwischen dem sanften männlichen Gesang und den rockigen Vocals der Sängerin lebt. Im weiteren Verlauf wechseln die Stimmungen in den Stücken von Song zu Song. Zum Beispiel werden Dramatik („The Rats In The Walls“) und Hoffnungslosigkeit („Sleep Of Just“) thematisiert. Obwohl die Texte eher pessimistischer Natur sind, klingt die Musik doch sehr lebendig und ist auch teilweise zum Tanzen geeignet. Das Keyboard wird vornehmlich als Stilmittel eingesetzt, an den meisten Stellen dezent im Hintergrund, aber auch als vollwertiges Element dominierend. In den Gitarrensoli dürfen dann auch Sami Niittykoski und Mika Laitinen zeigen, was sie mit ihren Instrumenten anstellen können.

Morian versuchen vor allem durch konsequentes Variieren von Tempo und Härtegrad ihrer Songs Eigenständigkeit zu beweisen, was ihnen ganz gut gelingt. Dennoch sind Parallelen zu anderen Bands dieses Genre nicht von der Hand zu weisen, was bei dem Wust an qualitativ höherwertigen Veröffentlichungen aus Finnland schwer zu vermeiden ist. Da würde zum Beispiel das Abweichen vom „Strophe-Chorus-Strophe“-Schema zu noch mehr Eigenständigkeit führen. Alles in allem ist „Sentinels Of The Sun“ aber kein langweiliges oder gar schlechtes Werk.