Killswitch Engage: Killswitch Engage (2009) Book Cover Killswitch Engage: Killswitch Engage (2009)
Roadrunner Records
30.06.2009
www.killswitchengage.com

Tracklist:

  1. Never Again
  2. Starting Over
  3. The Forgotten
  4. Reckoning
  5. The Return
  6. A Light In A Darkened World
  7. Take Me Away
  8. I Would Do Anything
  9. Save Me
  10. Lost
  11. This Is Goodbye

Killswitch Engage schafften den Durchbruch 2004 mit ihrem dritten Studioalbum "The End Of Heartache", das ihnen Gold in den USA und eine Nominierung bei den Grammys 2005 für den Titelsong bescherte. Es folgten ausgedehnte Tourneen, einschließlich diverser Festivals wie beispielsweise Wacken Open Air (D), Ozzfest (USA/CDN) und Download Festival (UK).

Am 30. Juni 2009 brachte die Band ihren neuesten Longplayer  "Killswitch Engage" auf den Markt, der interessanterweise denselben Titel trägt, wie bereits das 2000 erschienene Debütalbum.

Ob sie damit eine Rückkehr zu ihren Wurzeln andeuten wollen, einen neuen Meilenstein in ihrer musikalischen Entwicklung setzen möchten, oder einfach mangels besserer Ideen auf bereits Dagewesenes zurückgegriffen haben, sei zunächst dahingestellt.

Killswitch Engage II ist übrigens das erste Album, bei dem die Band einen weiteren (namhaften!) Produzenten neben Adam Dutkiewicz mit ins Boot holte. Brendan O'Brien hat unter anderem bereits mit Bands wie AC/DC, Pearl Jam, Rage Against The Machine zusammengearbeitet.

In der ersten Woche nach Erscheinungstermin verkaufte sich Killswitch Engage II über 58,000 Mal und schaffte es in den Billboard 200 auf Platz 7. Damit ist das neueste Werk der fünf Metalcore-Jungs aus den USA das bisher höchstplatzierte Album ihrer Karriere.

Skeptiker dürfte der Einstiegstrack "Never Again" sogleich hart unter der Gürtellinie treffen, denn der Sound der Band scheint kompakter und intensiver als je zuvor. "Starting Over", "The Forgotten" und "Reckoning" sind typische Trademark-Songs die, nach traditionellem KsE-Modell harte, vernichtende Texte, aggressive Vocals und ohrwurmtaugliche Melodien geschickt miteinander verweben. Howard Jones setzt jedoch vermehrt auf charismatisch-klaren Gesang und subtilere emotionale Färbungen als auf bissige Direktheit wie in der Vergangenheit: "The Return" wirkt düster, aber stimmlich dennoch fast schon kunstvoll-elegant, ebenso wie "Take Me Away". Im Kontrast dazu erinnert "I Would Do Anything" an die musikalisch massive, grimmig-elektrisierende Brutalität, für die Killswitch Engage bekannt sind.

Die Songs sind nicht schlecht, aber es fehlt die gewisse Portion an inspirierenden Elementen, die sie großartig machen könnten. Von Anfang bis Ende durchgehört, kommt die Platte daher teilweise als etwas monoton daher. Killswitch Engage haben allerdings auch den Ruf, eine bessere Live- als Studioband zu sein. Doch egal wie genial die Songs sicherlich in einer Konzerthalle oder auf einem Festival im Vergleich zu einer Studioaufnahme klingen mögen - auf künstlerischer Ebene hat die Band mit Killswitch Engage II keinen Schritt nach vorn gemacht. Das Album ist gut genug um Fans und Genre-Anhänger zu befriedigen; wer jedoch gehofft hat, dass die Band sich mit ihrer neuesten Scheibe etabliert, muss sicherlich noch etwas länger Geduld haben.