Madrugada: Industrial Silence (1999) Book Cover Madrugada: Industrial Silence (1999)
Independent, Rock
Virgin
30.08.1999
http://madrugada.no/

Tracklist:

  1. Vocal
  2. Beautyproof
  3. Shine
  4. Higher
  5. Sirens
  6. Strange Colour Blue
  7. This Old House
  8. Electric
  9. Salt
  10. Belladonna
  11. Norwegian Hammework Corp.
  12. Quite Emotional
  13. Terraplane

Deluxe Edition CD 2 (2010):

  1. Wheelchair
  2. Move
  3. Sweet Simone (Live Demo)
  4. Strange Colour Blue (alternative Version)
  5. Highway 2.000.000
  6. Oceanliner
  7. The Riverbed
  8. Tonight I have No Words For you
  9. 1990
  10. I’m Life’s Wonderful Way Of Letting You Down
  11. Bill Skins Fifth
  12. Mother of Earth
  13. Legends and Bones (From “The City Sessions)
  14. Step Into My Mirror
  15. Hush Sleep Tonight (1996 Demo)
  16. Shine (1996 Demo)
  17. I’m In Love With You
  18. This Must Be The Song That Will Pay My Bills (Demo)

1999 veröffentlichte die norwegische Rockband Madrugada ihr Debutalbum Industrial Silence und rannte damit förmlich offene Türen ein. Das Album schoss innerhalb kürzester Zeit auf Platz Eins der norwergischen Albumcharts und blieb dort die nächsten 51 Wochen. Es scheint, als ob die rockig-melancholische Mischung, die die Norweger mit einem Hauch Mystik, Nebulösem, einer Prise Country und Songwriting und natürlich mit der charismatischen Stimme Sivert Høyem garnieren, genau den Nerv der Zeit traf und auch heute noch trifft.

Auch die nächsten Jahre versorgte die Band ihre Fans mit ihren warmen-sphärisch-kraftvollen Klängen und brachte noch fünf weitere Alben heraus. Das letzte Album wurde von dem plötzlichen Tod des Gitarrristen Robert Burås 2007 überschattet, woraufhin sich die Band für unbestimmte Zeit zurückzog. Der Sänger Sivert Høyem widmete sich Soloprojekten, bedachte aber gemeinsam mit dem Bassisten Frode Jacobsen 2010 die Fans mit der Deluxe Edition von Industrial Silence. Das gesamte Album wirkt wie ein grosszügiges Geschenk an die Fans: die bisherigen Songs werden neu abgemischt und um weitere achtzehn Songs ergänzt, die teilweise andere Versionen der Ursprungssongs sind, teilweise nicht verwendete Titel für das ursprüngliche Album. Ein Album zum Eintauchen, Geniessen, sich treiben lassen. Und ein Album, das die Vielseitigkeit und Experementierfreudigkeit der Norweger zeigt.

2018 kommt dann die Überraschung: Madrugada kündigt aufgrund des 20-jährigen Jubiläums von Industrial Silence eine Europa-Tournee für 2019 an. Auch hier laufen die Norweger offene Türen ein, so sind die beiden Konzerte in Oslo innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Und natürlich werden alle Songs des ursprünglichen Industrial Silence Debutalbums performed und mit neueren Songs ergänzt.

So sehr sich die Norweger auch ihrem eindeutig zu Recht fulminanten Erstlingswerk verbunden fühlen, so wenig ist Madrugada einfach nur Industrial Silence in allen Varianten. So greifen die nachfolgenden Werke den Stil des Debutalbums auf, spinnen ihn weiter, verfeinern ihn, experimentieren mit ihm und schaffen so weitere zeitlose Ohrwürmer. Madrugada – eine Band, die uns hoffentlich noch viele Album und vor allem Live-Shows bescheren wird und allen ans Herz gelegt sei, die sich in der Musik von Nick Cave, Leonard Cohen oder Björk verlieren können.

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Es gibt Sucht-Charaktere, die entsagen und es gibt andere, die setzen sich ins Epizentrum ihres Verlangens. Nein, Judith ist keine Schweizer Taschenmesserwerferin, sie ist bekennend schokoladensüchtig und metzelt ohne zu zucken für ‘ne Toblerone oder Eiscreme oder Tobleroneeiscreme oder.. na jedenfalls: Die Frau ist echt Zucker, echt hart drauf, hat ein feines Näschen, legt sich für die richtigen Dinge ins Zeug, in die Kurve und nascht am allerliebsten an kleinen, unbekannten Bands in ruhiger Atmosphäre. Wer die olle Genießerin dennoch ans Messer liefern will, sperrt sie – in einen rosa Rüschen-Alptraum gehüllt – mit stinkenden Dränglern ins Musikantenstadl und nimmt ihr das letzte Milkyway weg.