I Am Ghost: Lover´s Requiem (2006) Book Cover I Am Ghost: Lover´s Requiem (2006)
Epitaph / SPV
20.10.2006
www.iamghostmusic.com

Tracklist:

  1. Crossing the river styx
  2. Our friend lazarus sleeps
  3. Killer likes candy
  4. Dark carnival of the immaculate
  5. Pretty People Never Lie, Vampires Never Really Die
  6. Of masques and martyrs
  7. Lovers' requiem
  8. We are always searching
  9. The Ship Of Pills And Needed Things
  10. The denouement
  11. This is home
  12. Beyond the hourglass

Die Genres treiben einen heutzutage fast zur Verzweiflung. Es gibt ja mittlerweile ganz viele kleine Schubladen in die man Bands stecken kann und in diesen Schubladen befinden sich weitere Schubladen und so weiter und so fort… EIN GLÜCK haben die Mitglieder von I Am Ghost da gleich ihre eigene Schublade namens „Epicore“ kreiert. Somit haben sie uns schon mal ein ganzes Stück Arbeit und schlaflose Nächte erspart.

Das wäre geklärt, doch bleibt noch die Frage offen was zum Henker ein „Epicore“ überhaupt darstellen soll. Auf ihrem Album „Lover´s Requiem“ startet „Crossing The River Styx“ opulent, choral und mit jeder Menge mystischer Düsternis. Das ist schon mal sehr gelungen und mit dem darauf folgenden „Our Friend Lazarus Sleeps“ wird klar, dass harter Rocksound mit gothlastigen Untertönen und Schreigesang hier im Vordergrund stehen.

Schnell und treibend schreiten sie auch mit „Killer Likes Candy“ voran. Schön schräge Gitarrenklänge und zweistimmiger Gesang, bei dem Frontmann Steven Juliano tatkräftige Unterstützung von Violistin Kerith Telestai erhält. Viel Geige und Klavier sind auf dem gesamten Album enthalten und bringen mit ihren symphonischen Einklinken einen richtigen Gothic-Touch. Das Songwriting ist dabei klischeehaft darauf angepasst und führt uns in die Welt von Vampirwesen. Naja die Emo-Gothic-usw-Kids eben… stehen halt drauf.

“Pretty People Never Lie, Vampires Never Really Die” kommt mir sehr bekannt vor, erhielt ich es doch bereits vor ca. einem Jahr als EP. Diesmal ist es jedoch etwas ausgefeilter. Kerith´s Gesang bekommt eine größere Rolle zugeteilt. Über das Stimmchen kann man sich streiten, etwas dünn aber nicht verkehrt und vor allem sorgt es für ordentlich Abwechslung.

Melodien und Drive sind auch in dem Titel „Lover´s Requiem“ nach dem das Album benannt wurde. Sehr opulent beginnt auch „The Ship of Pills and Needed Things” mit großem Streicharrangement, bevor die Gitarren lospreschen und auch Steven loslegt. Alles wirklich schöne Mischungen aus Gesang, Rock und Gothiceinflüssen doch so ganz will man das Ganze nicht schlucken. Es fehlt der Kaugummieffekt, sprich I Am Ghost bleiben nicht kleben. Nett anzuhören, auch gerne öfters aber es wäre auch kein großer Verlust wenn sie schnell wieder abtauchen.

Vergleiche mit AFI oder Avenged Sevenfold sind dann doch ein wenig zu hoch gegriffen. Solche Vergleichsbuttons auf CDs gehören verboten. Die Gefahr damit absolut falsch zu liegen ist doch recht hoch. Die Vorbilder sind glaubwürdiger und akzeptierter, aber wer weiß was die Zukunft bringt… jeder hat mal klein angefangen und immerhin haben I Am Ghost einen besseren Start als so manch andere Band ihres Genres hingelegt mit „Lover´s Requiem“. Ach Entschuldigung ich vergaß… sie sind ja die ersten in dem Genre „Epicore“ also wohl doch die Besten in dem Bereich 😉