Forgotten Sunrise: Willand (2007) Book Cover Forgotten Sunrise: Willand (2007)
Wiebke Essert
My Kingdommusic
17.04.2007
www.forgottensunrise.com

Tracklist:

  1. I
  2. Ropelove
  3. Lo-Fi People In The Fade-Out World
  4. Nextep Suicide
  5. Dead LeGends AMong The Living
  6. Prophylactic EUthanAsia
  7. Veri De:p Shortgut
  8. Manyone
  9. Christ Your Name
  10. Hero-In-Gre:npeace
  11. The Ownle: Noise
  12. O

Forgotten Sunrise sind eine Band aus Estland, die 1992 als reine Death Metal Band begannen und ihr Schaffen nach einer mehrjährigen Pause mit neuer Besetzung und neuen Einflüssen fortsetzten. Mit „Willand“ liegt nun die zweite komplette Langrille vor, mit der sich Forgotten Sunrise einem breiteren Publikum vorstellen wollen.

Nach einem apokalyptischen, technoiden Intro, das auch aus einer Filmsequenz stammen könnte, offenbart sich „Ropelove“ als Dark Elektrosong mit verfremdetem Gesang, der ein bisschen an Deathstars ohne Gitarren erinnert. Das technoide Element dominiert auch die folgenden Songs. Zur Auflockerung werden allerlei verschiedene Gesangselemente verwendet, so ist ein sehr angenehmer, klarer Männergesang zu vernehmen, ein Männerchor, der dem gregorianischen angelehnt ist und weiblicher Gesang. Auch die Rhythmik wird ausgereizt, so ist beispielsweise bei „Lo-Fi People In The Fade Out World“, einer aberwitziger Trip Hop Beat zu entdecken. Zwischendurch erklingt eine verzerrte E-Gitarre für ein zwei Riffs, und vereinzelte Growls erinnern an die Death Metal-Vergangenheit der Band. Höhepunkt der Platte ist für mich das ruhige „Prophylactic EUthanAsia“, dessen nachdenkliche Melodie sich sofort im Gehörgang festsetzt ebenso wie die Instrumentierung mit der Überlagerung der synthetischen Geräusche, die ein bisschen an Holzknarren und Frühlingsgeräusche erinnern, was im krassen Gegensatz zu den im Text ausgedrückten negativen Gefühlen steht.

Forgotten Sunrise haben mit „Willand“ ein Album mit dunklen, tristen Songs geschaffen, die größtenteils tanzbar sind. Der ausdrucksstarke teils sanfte teils aggressive Gesang in vielen Stilen ist ein großes Plus ebenso wie die Texte, die sich wie ein negativer Seelenstrip lesen. Für mich grenzen die vielen elektronischen Variationen schon fast an Reizüberflutung, aber Fans von zum Beispiel Wolfsheim, Terminal Choice und VNV Nation sollten ruhig ein Ohr riskieren.