Cky: Carver City (2009) Book Cover Cky: Carver City (2009)
André Tuchtenhagen
Roadrunner Records
22.05.2009
www.ckyalliance.com

Tracklist:

  1. Hellions On Parade
  2. ...And She Never Returned
  3. Rats In The Infirmary
  4. Imaginary Threats
  5. The Boardwalk Body
  6. Plagued By Images
  7. Karmaworks
  8. Woe Is Me
  9. A#1 Roller Rager
  10. Old Carver's Bones
  11. The Era Of An End

 

Hinter dem Namen CKY, kurz für Camp Kill Yourself, verbirgt sich eine vierköpfige Alternative Rock-Band aus Pensylvania. Vorallem Fans von MTV Shows wie Jackass oder Viva La Bam könnte die Band schon ein Begriff sein. Das mag an der prominten Verwandtschaft des Drummers Jess sein, dessen Bruder kein geringerer als Bam Magera ist, die der Band auch schon diverse Gastauftritte in den genannten Shows bescherte. Während Bam sich vor der Kamera austobt, hat sich Jess eher der Musik verschworen und so veröffentlichen CKY mit Carver City ihr nun schon siebtes Album.

Dabei wurde es zuvor still um die Band als man sich 2005 vom alten Label Island Records trennte. Die darauf auf der Homepage zu lesende Begründung viel kurz, knapp und genauso rotzig aus, wie man es von einer Band dieses Kalibers erwartet: „"We had been asking to be let go since 2003 when it was clear that the label had no idea how to market a band that doesnt write songs about breaking up with their girlfriends.”"

Vier Jahre sind seitdem vergangen, in denen man nichts von der Band hörte, und doch bleiben CKY ihrem Sound treu: die treibenden Gitarrenriffs gepaart mit den mal mehr, mal weniger temporeichen Melodien machen auch den Großteil von Carver City aus. Dennoch hat die Band sich weiterentwickelt, dies macht schon gleich der Opener Hellions On Parade deutlich, der ebenso als erste Singleauskopplung fungiert. Erstmals versucht sich die Band an elektronischen Synthesizerklängen und baut neben den dröhnenden Riffs quietschende Gitarrenklänge ein.

Mehr Melodien, mehr Tempo, und ein facettenreicherer Sound. Dies waren wohl die Vorsätze für das neue Album, die CKY auch allesamt eingehalten haben. Auf Carver City befinden sich eine Menge Ohrwürmer, wie z.B. „Rats In The Infirmary“, das mit einem eingängigen Refrain und einem melodiösem Gitarrensolo daherkommt, oder „Plagued by Plans“, dessen eingängige Riff-Melodie sich CKY-typisch durch den ganzen Song zieht, wobei sich das Tempo jedoch ständig ändert.
Nach dem ersten Durchhören von Carver City wird schnell deutlich, dass CKY insgesamt an Tempo, Härte, aber auch Vielseitigkeit zugelegt haben.

Dass ältere Songs durch die dröhnenden Riffs und sich wiederholenden Melodien manchmal schon beinahe zäh wirkten, hat sich mit dem neuen Werk nun geändert. Bis auf eine Ausnahme (,die die Regel nur bestätigt)! Der letzte Song „An Era Of An End“ entpuppt sich als etwas träge, daherplätschernde, Ballade. Die flotteren Songs liegen den vier Pensylvaniern deutlich eher.

CKY selber sind übrigens mächtig stolz auf ihr neues Album und bezeichnen es als das „erfindungsreichste“ Werk, das sie je produziert haben. Hinter dem Albumtitel „Carver City“ verbirgt sich die Idee einer fiktiven Stadt, die vom Unglück geprägt wurde. In dieses lose Konzept baute die Band eigene Erinnerungen und Anlehnungen an wahre Geschehnisse mit ein.

Vielseitigere Musik, und ein spannendes Konzept ergeben unterm Strich eine Steigerung von bestimmt 100%, sodass sich die Band getrost weiterhin auf die Schulter klopfen darf….