Blaqk Audio: CexCells (2007) Book Cover Blaqk Audio: CexCells (2007)
Interscope (Universal)
14.08.2007
www.blaqkaudio.com

Tracklist:

  1. Stiff Kittens
  2. Between Breaths (An XX Perspective)
  3. Snuff On Digital
  4. Bitter For Sweet
  5. Where Would You Like Them Left?
  6. The Fear Of Being Found
  7. On A Friday
  8. The Love Letter
  9. Semiotic Love
  10. Cities Of Night
  11. Again, Again And Again
  12. Wake Up, Open The Door And Escape To The Sea

Dass die Herren Puget und Havok von AFI schon seit geraumer Zeit an einem Nebenprojekt arbeiten, ist lange kein Geheimnis mehr. Auf den Namen „Blaqk Audio“ lautend, veröffentlichen sie nun eeeeendlich ihr erstes Album. Was sich auf „Cex Cells“ nun befindet überrascht, ist fernab von üblichem AFI Stuff und macht großen Appetit auf mehr.

Die Fahrspur von Jade Puget, der alleinig für den Sound zuständig ist, bewegt sich zwischen 80er Elektro Pop a la frühe Depeche Mode Werke und trancelastige an VNV Nation erinnernde Klänge. Für den Gesang und sämtliche Texte war AFI Frontmann Davey Havok verantwortlich, der bei Blakq Audio hauptsächlich auf melodiöse denn auf brüllende Gesangsparts setzt.

Mit „Stiff Kittens“ beginnt „Cex Cells“ gleich mit einem der besten Songs. Wunderbar arrangierte Synthie-Klänge bringen ein DM Feeling. Davey spielt in der ersten Strophe mit seiner Stimme und singt ungewöhnlich tief, bevor die übliche markante Gesangsspur überhand nimmt. Ein catchy Refrain sorgt für Ohrwurmcharakter, der Song schaffte es nicht umsonst nach dem ersten Hören als Profilsong auf meiner myspace Seite. Sehr tanzbar und clubtauglich geht es auch weiter – ein etwas schwerfälligeres „Between Breaths (An XX Perspective)“ überbrückt den Übergang zu “Snuff On Digital”. Und spätestens hier erkennt man das „zweite Gesicht“ von AFI. Komplett andersartig könnte „Snuff On Digital“ an jeder EMB Party laufen. Und eben weil es so so absolut nicht nach AFI klingt, ist es umso besser. Auch wenn der Refrain extrem cheesy und etwas billig rüberkommt, wurden meine Befürchtungen, das ganze Projekt könnte zusehr an die Hauptband von Jade und Davey erinnern, vollkommen in den Wind geschlagen. AFI sind nach wie vor einsame klasse, doch ein zweites Musikprojekt, das einen so offensichtlichen Gegensatz darstellt ist bemerkenswert.

Und jaaa, noch ein DM Intro bei „Where Would You Like Them Left“. Doch zu ihren Einflüssen stehen Blakq Audio und betonen als Vorbild u.a. „Violator“ von DM. Ein absoluter Grower, dessen Zusammenwirkung von Text, Gesang und Sound nach mehrmaligem Hören immer tiefer geht. Auch Dave Bascombe, der für Werke von DM bis hin zu Tears For Fears verantwortlich ist, mischte das Album und gab dem Album somit eine spezielle Note. Das sehr ruhige „The Fear Of Being Found“ stellt wiederum einen totalen Kontrast zu dem darauffolgenden „On A Friday“ dar, bei dem man nur auf der Tanzfläche umherhüpfen möchte. Ein Auf und Ab sind auch die folgenden Songs, mal sehr langsam und melancholisch, ein anderes mal hyperaktiv und zum Tanz animierend.

Jade Puget und Davey Havok haben sich einmal mehr selbst übertroffen und alle überrascht. Zwar benötigt die Musik von Blakq Audio hie und da noch ein paar Feinschliffe, doch im Großen und Ganzen ist es ein gelungenes Elektro-Pop-Album. Für AFI Fans, die AFI lastiges erwarten, könnte sich dieses Werk als schwer zugänglich erweisen. Doch wer auf tiefgründigen, melancholischen Trance, DM, 80er Synthiepop oder gar softes EBM steht, sollte hier mal reinhören…. Und wann geht’s auf Tour? Wir hoffen sehr bald - Also Jungs… nächstes Jahr im Hangar beim M´Era Luna würde ich vorschlagen… oder?!