Review: Alesana, We Came As Romans ua. (25.01.2012, Hamburg)

Foto: Torsten Volkmer
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Alesana, We Came As Romans, Inwrestledabearonce, Glamour Of The Kill
Knust Hamburg

Eiskalte Winde bringen Hamburg zum Erzittern, Schnee und Frost erobern die Stadt. Genauso unerbittlich wie der harte Winter 2012, ist auch das Line Up im Knust zum 25.01.2012. Das vierte Album von Alesana "A Place Where The Sun Is Silent" will gefeiert werden und nicht nur das, die Tour lockt neben Alesana auch mit We Came As Romans, Iwrestledabearonce und Glamour Of The Kill auf.

Leider ließen Arbeitszeit und früher Einlass es einmal mehr nicht zu, die erste Band Glamour Of The Kill zu sehen. Zwar ist es erfreulich, dass Konzerte unter der Woche meist nicht bis in die Puppen gehen, doch eine Band zu verpassen, weil man seine Brötchen verdienen muss ist auch immer wieder ärgerlich. Ein Teufelskreislauf!

Foto: Torsten Volkmer

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Doch auch wenn die erste Band schon vorbei ist, so bringt der Startschuss von Iwrestledabearonce schon die volle Konzertlaune. Die Mathcore-Band… Moment mal?! MATHCORE?? Nein, nein das sind nicht die Typen von "Big Bang Theory", die sich plötzlich dazu entschlossen haben ihre mathematischen und physikalischen Formeln zu brüllen, sondern stellt eine Mischung aus Jazz, Swing, Electronic und Deathcore dar. Aber was auch immer, die (relativ junge) Menge feiert größtenteils gut mit. Auch wenn man es nicht vermuten würde, aber den Jungs und Mädels ist es egal wenn ihre perfekt gestylten Frisuren durcheinander geraten. Der kleineren Teil, neben "größtenteils" kann mit der Musik nicht allzu viel anfangen. Müssen sie auch nicht, Iwrestledabearonce überzeugen trotzdem mit einer professionellen Darbietung und nicht zuletzt Frontfrau Krysta Cameron sorgt für gelungene Abwechslung in dem doch recht männerlastigen Musikgenre und heizen die Halle gut vor.

Foto: Torsten Volkmer

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Das Knust ist nun gut gefüllt und die Stimmung befindet sich auf dem vorläufigen Höhepunkt. Zu We Came As Romance brodelt der Saal und es geht wild zu im Pit. Die Band zeigt sich höchst perfektionistisch im musikalischen Ablauf, jeder Handgriff und jeder Ton sitzt (so ziemlich). Mit ein wenig Unterstützung vom Band (die niemand im Raum wirklich übel nimmt, oder vielleicht gar nicht erst bemerkt) wirken auch die cleanen Gesangsparts ganz gut. So wie der Laden bebt, kann man nur hoffen, dass die Band dieses Jahr noch ganz viele Auftritte im Lande haben wird, denn die geschätzten 45 Minuten des Auftrittes haben den Hunger nicht gestillt und haben nur Lust auf viel viel mehr gemacht!

In der Umbaupause scheint sich der Saal ein wenig zu leeren. Es kommt einem so vor, als wären die meisten Zuschauer gekommen um We Came As Romance zu sehen. Es könnte aber auch am Altersdurchschnitt des Publikums liegen, denn im Laufe des letzten Gigs des Abends verschwinden immer mehr (und auch die ein oder anderen Elternteile kann man erblicken). Alesana jedenfalls verstärken meinen Eindruck der aus den Shows aus vergangenen Jahren geblieben war, an diesem Abend noch. Voller Energie und mit hohen Qualitätsansprüchen überzeugen sie in allen Bereichen.

Foto: Torsten Volkmer

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"Der Neue" Alex Torres, der 2010 Jake Campbell an der Gitarre ersetzte, leistet gute Arbeit und fügt sich nahtlos in die Band ein. Ein wenig befremdlich sieht allerdings Dennis Lee aus. Mit seiner Glatze und einer offenen Jeansweste, sieht er eher aus wie ein ungewaschener Hillbilly. Auch die Plauze hätte er mal lieber unter einem Shirt verbergen können, eine Augenweide ist das bei Weitem nicht! Doch es scheint sich sonst niemand daran zu stören und auch der Musik und der Laune nimmt es nichts. Die Menge singt eifrig mit während Dennis grölt und grunzt und Shawn wie gehabt die cleanen Parts übernimmt.

Berührungsängste haben die Jungs auch nicht, denn gleich drei von ihnen stürzen sich plötzlich rückwärts ins Publikum. Gekonnt werden sie aufgefangen und heile wieder zurück zur Bühne gebracht, wo sie artig weiterrocken. Noch ein Sympathie-Punkt für Alesana! Sie wissen was die Fans wollen und erscheinen auch zur Zugabe auch wenn sich der Saal zu später Stunden konstant leert. Schade für die Fans, die schon früher gehen müssen, denn die Show von Alesana ist von A bis Z gelungen.
Ein tolles Highlight mitten in der Woche! Das ist wirklich ein Bergfest, wie der Volksmund so schön sagt.

Konzertfotos:

 

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