The Agonist: Lullabies for the Dormant Mind (2009) Book Cover The Agonist: Lullabies for the Dormant Mind (2009)
Jörn Constabel
CenturyMedia Records
20.02.2009
www.myspace.com/theagonist

Tracklist:

  1. The Tempest (The Siren's Song; The Banshee's Cry)
  2. … And Their Eulogies Sang Me To Sleep
  3. Thank You, Pain
  4. Birds Elope With The Sun
  5. Waiting Out The Winter
  6. Martyr Art
  7. Globus Hystericus
  8. Swan Lake, Op. 20 (A Capella)
  9. The Sentient
  10. When The Bough Breaks
  11. Chlorpromazine

Wo verdammt nochmal ist die Homepage von The Agonist zu finden? Anscheinend gibt es nur ein myspace-Profil, welches ziemlich im Tim Burton-Style verkitscht ist. Dennoch: Die vier Kanadier haben ein neues Album, welches „Lullabies for the Dormant Mind“ heißt. Und dieses Album passt irgendwie gar nicht zum myspace-Profil. Denn keiner der elf Songs ist in irgendeiner Sicht kinderhorror-mäßig. Stattdessen baut sich gleich beim Anspielen des ersten Songs eine gewaltige Melodic Death Metal Stimmung auf.

Beim ersten Reinhören wird sofort klar, die Fronterin Alissa White-Gluz reißt so ziemlich alles. Ihre drei Bandkollegen können noch so raffinierte Soli spielen, an das, was diese Frau abzieht, kommen sie nicht ran. Alissa White-Gluz wurde vom US-Amerikanischen Rock und Metal Magazin „Revolver“ zu einem der „hottes chicks in metal“ ernannt. Zurecht wie ich finde, wenn man sich das Mini-Musikvideo zu „ … And Their Eulogies Sang Me To Sleep „ einmal auf youtube anschaut. Aber Schönheit kann man ja nicht hören und soll hier nur nebensächlich mal erwähnt sein. Was die Frau wirklich auszeichnet ist ihr Gesang, ihr Shouten, ihr Growln,  ihr Screemen... Kurzum an Dynamik der Gesangskunst von Frau White-Gluz kommt keiner ran.

Song acht ist ein A-Cappella-Cover vom Schwanensee. Der Track ist der einzige, der aus der Reihe tanzt. Auch wenn es sich dabei um ein hochgelobtes klassisches Stück handelt, kann es einfach nicht mit dem Gesamtspektakel mithalten. Allein schon der Breakdown in „Martyr Art“ übertrumpft den gesamten dahingeträllerten Schwanensee. Ich stemple Track acht als überflüssiges Beiwerk ab.

Bleiben also noch zehn Songs bei denen, wie schon erwähnt, die Fronterin kräftigst auf die Kacke haut. Doch soll auch die instrumentale Seite hier Anerkennung finden. Schlagfertige Drums, flinke Gitarren sowie hier und dort gewitzte SFXs und Synthesizer, die für diese Kleinigkeiten sorgen, die man plötzlich beim neunten Mal anhören erst bemerkt. Alles gut eingehüllt in eine Melodic Death -Gewand unter dem sich ein leiser Metalcore versteckt.

Das alles zusammen ergibt einen äußerst ausgereiften Sound, der brachial aber feinfühlig ist. „Lullabies for the Dormant Mind“ ist somit definitiv ein grandioses zweites Album. Wie die Band das noch übertrumpfen will ist fragwürdig. Hoffentlich ist es nicht das letzte Album.