Subaudition: The Scope (2006) Book Cover Subaudition: The Scope (2006)
Manuela Wawrzyszko
Prophecy Productions
21.04.2006
www.subaudition.cjb.net

Tracklist:

  1. Raindrops (right click to download the video!)
  2. The Blue Light
  3. No Angel
  4. Blinking in the Piers
  5. Moods Through Spirals (instrumental)
  6. A Golden Staircase
  7. Fractures (instrumental)
  8. Counterwise
  9. Godspeed

„Stell Dir einen Frühlingsmorgen vor. Der Nebel umfängt Dich, während Du auf das Ufer des Sees zusteuerst, auf dessen Oberfläche nur noch eine dünne Eissicht liegt. Du weißt, dass diese jederzeit verschwinden und das Wasser sich in Folge unbegrenzt bewegen kann. Du atmest die frische Luft ein und begreifst, dass sich dieser Moment bereits angekündigt hat – ein Moment der Befreiung…“ – Dieses, von Bandmitglied Anti Korpinen beschriebene, märchenhafte Naturunterfangen durchzeichnet die magisch-melancholischen, stets vorm Auge andauernden Momente des Debüts in seiner höchst sphärenhaft-komplexen Darbietung gewiss am trefflichsten, denn mit „The Scope“ präsentiert das junge finnische, erst kürzlich einen Vertrag über fünf Alben beim Prophecy Sublabel Auerbach Tonträger unterschriebene Duo, ein zutiefst in sich geschlossenes, anspruchsvolles, sowie harmonierendes Gesamtkunstwerk, welches in seiner Sinnlichkeit, als auch Gefühlintensivität den Hörer gekonnt in einen mystischen Bann zu ziehen versteht.

2003 von den beiden Vollblutmusikern Antti Korpinen (Gesang, Piano, sowie Akustik – und Elektrogitarre) und Roope Niemelae (Piano, Elektrogitarre, Fretless, Bass, Keyboard) gegründet, sorgte ihr letztes Demo „Waves at Ease“ für eine immense Aufmerksamkeit. Bereits dort wirkten schon die Klänge der Nordmänner weder weltfremd, kitschig, pathetisch, noch konstruiert oder gar künstlich aufgezogen. Klangliche Spektren durften somit eine nahtlose Verschmelzung, als auch den mutigen, ehrlichen Einblick in die Herzen und Seelen der beiden Musiker erfahren. Genau diese Fähigkeiten wurden auf dem Erstgeborenen beibehalten und mit einem erstaunlichen Feingefühl weiter verfeinert, so dass jeder einzelne der neun Songs im Zusammenfluss mit einer vereinnahmenden, liebevollen Wärme völlig frei, offen und unverblümt das Wunder birgt, sich nicht nur mit seinen Problemen, sowie seelischen Leiden, sondern vor allem auch mit den tiefsten Gefühlen und Ängsten auseinanderzusetzen. Karg, schlicht, ungemein farbenfroh, aber auch facettenreich scheint die unglaublich fragil-feinfühlige, ergreifende Musik, fernab allen Schubladendenkens, jegliche Dämmerung zu durchbrechen. Insbesondere der ausgeprägte Minimalismus, welcher aufgrund seiner unterstützend-hoffnungsvollen, unterschwelligen, mit jedem weiteren Hördurchgang Neuoffenbarenden Detailfülle, als auch die unaufdringliche, unauffällige Präsenz der intonier-leidenschaftlichen, ruhigen und wenig variierenden Gesangsmelodien, wissen samt der untermalenden leise-verhallenden Geräusche zu faszinieren. Hier verschmelzen szeneuntypische Instrumente wie Hammond- und Rhodes-Orgeln, in den verschiedensten Graden agierenden und eine wahrlich beeindruckende Dynamik auslösenden Pianotöne, leise Streicher, Flöte, Saxophon, Akustikgitarren, reichhaltige Slide-Guitars und Effektbeladene Lead-Guitars Momente mit Loops und Precussions zu einem wahren Gänsehautfeeling, das durch die schwere Zugänglichkeit des Werkes zunehmend eine bewusste Auseinandersetzung der Materie erfordert.

Voller Erwartung, aber auch Begierde, darf man somit einer viel versprechenden Zukunft entgegenblicken und gespannt über die Weiterentwicklung dieser ungemein berührenden Formation sein. Selten lagen jedenfalls Traum und Realität so unfassbar dicht zum greifen nah!