Sikth: The future in whose eyes? (2017) Book Cover Sikth: The future in whose eyes? (2017)
Modern Metal
Millennium Night (Edel)
02.06.2017
www.sikth.band

Tracklist:

  1. Vivid
  2. Century of the narcissist?
  3. The aura
  4. This ship has sailed
  5. Weavers of woe
  6. Cracks of light
  7. Golden cufflinks
  8. The moon's been gone for hours
  9. Riddles of humanity
  10. No wishbones
  11. Ride the illusion
  12. When it rains

Um die Jahrtausendwende zeichnete sich in London eine legendäre Begegnung ab. Die Band Sikth entschloss sich, endlich dem Heavy Metal neues Leben einzuhauchen. In der Geburtsstadt dieser Stilrichtung entschied mensch sich bewusst gegen Szene-Grenzen und wollte etwas komplett Neues erschaffen. Einige Jahre später sind Sikth eine stilprägende Band geworden, die mit „the future in whose eyes?“ ihr neustes Kreativ-Werk vorstellt.

Schon der Opener „Vivid“ lässt keinen Zweifel an der Vielfältigkeit der Londoner. Verzerrte Gitarren, garniert mit einem hypnotischen Gesang und serviert in High-Speed sind eher ungewöhnlich in der Metal-Szene. Eine interessante Crossover-Nummer ist „Century of the narcissist?“. Irgendwo zwischen brutalem Metal und Indepented- Charme wird hier die musikalische Klasse unter Beweis gestellt. „The Aura“ dürfte aufgrund seiner rebellischen Grundhaltung insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe auf gewaltige Gegenliebe stoßen. Ein melodisches Stück, das zwischen Himmel und Hölle pendelt. Das volle Brett dröhn bei „Weavers of woe” aus den Boxen. Leider etwas schwächer als die bisherigen Songs, kann dieser Beitrag nicht überzeugen. Dagegen kann „Cracks of light” wieder aus dem Vollen schöpfen. Eine brutale Nummer, die sich als Geheimtipp herauskristallisiert. Hier darf hemmungslos gebangt werden.

Mit dem coolen Mid-Tempo Stück „Golden cufflinks“ haben die Herren sich selbst übertroffen. Hymnisch, fast episch wird der Metal zelebriert und erlaub dennoch eine kurze Verschnaufpause. „Ride the illusion” punktet bereits als Studio-Version, allerdings besitzt dieser Track derart viele Details, dass mehrere Hördurchläufe in diesem Fall ratsam sind.

Eine wahre Brecher-Nummer, die mensch nicht mehr vergessen wird. „When it rains“ rundet dann schlussendlich diese CD ab. Das nachdenkliche Instrumental bietet den passenden Rahmen, um in die Realität zurückzukehren.

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Fabian Bernhardt
Um unglaublich international zu wirken, hat die Redaktion einen Headhunter auf DEN Berliner angesetzt. DAS Phantom, wie es aus Szenekreisen heißt, hat viele Tarnidentitäten. Gesichert ist, dass der Dämon – ein gerade mal 76 Zoll großer metalbesessener Gothik-Zwerg – im Nebenerwerb als Schauma-Shampoo-Model jobbt und einen mittel bis stark ausgeprägten Festivalfetisch pflegt, sich während der Wintermonate mit Kneipensport Ersatzbefriedigung verschafft und eine ruhige Kugel in seinem Prinzessin-Lilliefee-Darkroom schiebt. Ob es das Spandauer Edelexemplar wirklich gibt oder auch Bernhardt nur ein Pseudonym ist, konnte bisher nicht geklärt werden.