Satyricon: Live At The Opera (2015) Book Cover Satyricon: Live At The Opera (2015)
Napalm Records
01.05.2015
www.satyricon.no

Titel:

  1. Voice Of Shadows
  2. Now, Diabolical
  3. Repined Bastard Nation
  4. Our World, It Rumbles Tonight
  5. Nocturnal Flare
  6. Die By My Hand
  7. Tro Og Kraft
  8. Phoenix
  9. Den Siste
  10. The Infinity Of Time And Space
  11. To The Mountains
  12. The Pentagram Burns
  13. Mother North
  14. I.N.G

 

Ein Paukenschlag läutet das Intro "Voice Of Shadows" und damit einen ganz besonderen Auftritt von SATYRICON ein. Diabolische Klänge ertönen in der altehrwürdigen Oper von Oslo. Und sogleich bricht das Black Metal-Inferno mit „Now, Diabolical“ brachial los – immer begleitet vom Chor der Norwegischen Nationaloper. Während Herr Wongraven seine Matte schwingend gewohnt gewaltig singt, hat sich Drummer Frost hinter seiner gigantischen Schießbude verschanzt und bearbeitet die Felle wie ein Tier. Sitzen zu Beginn die Fans aus aller Welt noch in ihren Opernstühlen, ganz ungewohnt für ein Metal-Konzert, fordert Satyr sie nach seiner Begrüßung auf, sich zu erheben. Und das funktioniert zumindest im Parkettbereich wie auf Kommando und die Stimmung  im Publikum lockert sich zunehmend. Während der folgenden anderthalb Stunden verstehen es SATYRICON, die Fans in ihren Bann zu ziehen und liefern unterstützt vom 55köpfigen Chor eine mitreißende Show mit zahlreichen Highlights. Der Chor funktioniert quasi als Melodiesektion und könnte sicher auch mit Keyboards erzeugt werden, was aber nicht annähernd so spektakulär und dramatisch wäre.

Beim groovig rockenden und zugleich melodischen Song „Phoenix“ übergibt Satyr das Mikro an den von der Band MADRUGADA bekannten norwegischen Rocksänger Sivert Høyem, für den er den mit Klarstimme gesungenen Titel sozusagen auf den Leib geschrieben hat. Das Publikum geht dabei mächtig ab.

Die meisten Songs stammen von den letzten sechs Studioalben der Norweger, und selbstverständlich darf darunter die Bandhymne "Mother North" als Zugabe nicht fehlen! Klar bleiben immer Wünsche offen, so wäre "Havoc Vulture" sicher noch eine Bereicherung gewesen. SATYRICON brauchen keinen Schnickschnack, sie gehen auf die Bühne und zocken ihre Werke in gewohnt hervorragender musikalischer Qualität.

Sound- und effektvolle Lichtdarbietung sind erstklassig. Als Dolby-Digital-2.1-Mix ist der Sound klar,  gleichzeitig druckvoll und super abgemischt. Durch mindestens sieben verschiedene Kameraeinstellungen und deren Wechsel bin ich mal an verschiedenen Stellen auf der Bühne, dann direkt davor oder auch auf dem Rang im Publikum. Der Konzertabend wurde im Breitbildformat gefilmt, vermutlich Cinemascope, was auf dem heimischen 16:9-Flimmerkasten in dieser Form leider am oberen und unteren Rand je einen schwarzen Streifen erzeugt.

Schade aber auch verständlich ist, dass Satyr alle Ansagen auf Norwegisch macht und der geneigte Hörer ohne diese Sprachkenntnisse seine Worte leider nicht versteht. Hier wären englische Untertitel ganz hilfreich gewesen.

Diese DVD ist für Fans des Norwegian Black Metal ein echter Leckerbissen. Und zurecht erhalten Chor und Band standing ovations in der Osloer Oper. Ich ziehe meinen Hut vor dieser authentischen und meisterhaften Darbietung in Ton und Bild.