Ingrimm: Todgeweiht (2008) Book Cover Ingrimm: Todgeweiht (2008)
Andre Stasius
Black Bards Entertainment
07.11.2008
www.ingrimm.com

Tracklist:

  1. Vogelfrei
  2. Krieger
  3. Ingrimm
  4. Todgeweiht
  5. Der letzte Tanz
  6. Teufelsweib
  7. Narrentraum
  8. Der Stern
  9. Sündig Fleisch
  10. Rot
  11. Diaboli

Oft möchte man einfach mal eine Zeitreise machen, um den alltäglichen Gesellschaftswahn zu entfliehen, um sich wieder auf grundlegende Dinge konzentrieren zu können. Während die heutige Musikbranche zunehmend technischer wird, gibt es immer noch vereinzelte Musiker, die mit vollem Herzblut der Welt zeigen, welch magische Aura von traditionellen mittelalter Instrumenten ausgehen kann.

Die Regensburger mittelalter Metal-Band Ingrimm beweisen das Musik gelebt werden sollte, ohne sich dabei verbiegen zu müssen. Spielfreude wird hier an den Tag gelegt und Ingrimm sind dabei eine Spur härter als manch andere Band dieses Genres.

Mit „Todgeweiht“ kommt der zweite Longplayer der 2005 gegründeten Formation auf den Markt, natürlich erklingen auch hier die stiltypischen Instrumente, neben Sackpfeifen, Drehleiern und Flöten treiben vor allem die rhythmisch harten Gitarrenriffs und die Doublebass-Passagen einen in Richtung Kerker. Auch wenn sich das Liedergut durch die mittelalterlichen Melodien stellenweise recht fröhlich absetzt, so sorgt Sänger Stephan 'Fenris' Zandt mit seiner wandelbaren Stimme, für eine lyrisch bedrohliche Atmosphäre in den Songs.

Bereits zum Einstieg wird in „Vogelfrei“ die Leadgitarre durch die Drehleier ersetzt, gekonnt setzt das Instrument Akzente im Klanggebilde. Bedrohlich schreitet der „Krieger“ voran, eine aggressive Grundhaltung verankert im gesanglichen Stil begleitet den Feldherrn, dessen Schild in der Sonne glänzt. Mächtig setzt sich der Titeltrack „Todgeweiht“ ab, ein melodischer Refrain trifft hier auf eine unheilvolle Grollstimme. Melancholische Stücke gibt es aber auch auf dem Werk zu hören in „Der Stern“ wird das Schicksal misshandelter Kinder thematisiert, wünschenswert wäre hier aber eine andere Stimmlage des Sängers gewesen, um die Botschaft eindringlicher zu vermitteln, statt Raueisengesang hätte man hier auf ein klares Gesangbild setzen sollen. Für Ingrimm ist „Rot“ die schönste aller Farben und eine Klinge fährt durch die Haut, dieser Song setzt sich metaphorisch gesprochen mit der Borderline Krankheit auseinander, eine durchgehende melodiöse Line begleitet dabei diesen Song. Zum Abschluss wird in „Diaboli“ nochmal deutlich Fahrt aufgenommen, ein mitgröhl Refrain sorgt dabei für Feierstimmung.

Fazit: Wirklich Innovatives bekommt man mit „Todgeweiht“ nicht unbedingt zu hören. Zwar wurde hier auf eine härtere Gangart gesetzt, doch verbreiten sich zu schnell die genretypischen Vergleiche mit anderen Bands, so hat man schnell das Gefühl sich auf einem Album von z. B. „In Extremo“ oder „Nachtgeschrei“ wieder zu finden. Der Gesang variiert hier zwar sehr schön, sodass man eine breit gefächerte Perspektive des Könnens erhält, doch an manchen Stellen wirkt die raue Stimme einfach deplatziert, beispielsweise im Song „Der Stern“. Trotzalledem schaffen es auch Stücke sich abzuheben wie „Krieger“, “Todgeweiht“ oder „Sündig Fleisch“, diese Songs sorgen in ihrer rhythmisch melodiösen Darbietung, für eine ausgelassene Stimmung beim Hörer.