Dementi: Wer bettelt wird nicht gefüttert (2010) Book Cover Dementi: Wer bettelt wird nicht gefüttert (2010)
Andre Stasius
Nemrod
12.11.2010
www.dementi-band.de

Tracklist:

  1. Intro
  2. Dein Zweites Ich
  3. Was hält mich hier
  4. Die Finger deiner Hand
  5. Der große Regen
  6. Wer bettelt wird nicht gefüttert
  7. Warten im Regen
  8. Das Buch Feat. RIG (Janus)
  9. Der Krieger weint
  10. Ein Atemzug Feat. Amber
  11. Lügen
  12. Mit einem Engel
  13. Schweigen
  14. Je schneller du rennst
  15. Der große Regen (Painbastard Remix)

Dementi erblickte 1997 als deutsche Alternative-Rock-Band das Licht der Welt, dabei wurde hier der klassische Karriereweg beschritten, man versuchte zu Beginn des Folgejahres mit dem selbst produzierten Demo „Aphorismen“ und der Teilnahme an diversen Nachwuchswettbewerben sich einen Namen zu machen, u.a spielte sich Dementi beim „Battle of the Bands“ Wettbewerb der Zeitschrift Sonic Seducer immerhin auf den 11.Platz.

Bedingt durch die Studioaufnahmen im Jahr 2000 erhielt die Band zudem die Möglichkeit, sich als Vorband für „Umbra et Imago“ zu beweisen und einige Konzerte mit bereits etablierten Bands sollten folgen, so spielte die Formation des Weiteren als Support für Szenegrößen wie In Extremo, Unheilig oder Das Ich.

Ihr Album „Zweigefühl“ von 2008, welches von Janus-Mitglied Tobias Hahn produziert wurde, zeichnete sich als bislang einschneidigstes Werk ab, dies mag zum einen an den markanten Texten (Liebe, Sex und Verzweiflung) liegen, zum anderen besticht hier ein wuchtiger Gitarren- und Schlagzeugsound der sehr oft von Keyboard-Arrangements untermalt wird.

Mit dem aktuellen Album „Wer bettelt wird nicht gefüttert“ wird dem Hörer neben 14 geballten Songs auch zusätzlich noch ein Remix von Painbastard zum Song „Der große Regen“ geboten. Zudem verleihen RIG von Janus und die Sängerin „Amber“ als Gäste der Scheibe eine besondere Note. Durch das elektronische Intro führt der Weg direkt zu dem Song „Dein Zweites Ich“ und die raue Stimme des Sängers Nico dominiert die rhythmische Härte dieses Tracks. Mit weiterem Lauschen, erkennt man deutlich die hier angesetzten stilistischen Bausteine, ein Grundgeflecht aus neuer Deutscher Härte paart sich mit elektronischen Elementen die für den Nötigen melodiösen Pinselstrich im Sound sorgen.

An Abwechselung fehlt es den Stücken wahrlich nicht, sie wurden facettenreich arrangiert und halten den Hörer mit treffsicheren Breaks, Midtempo Passagen und Elektro-Soundflächen bei Laune. Die Texte beinhalten eine pulsierende Ader und bergen neben Wut, Aggressivität auch nachdenkliche Passagen in sich. Vor allem treibt sich der Song „Der große Regen“ direkt ins Gehör, zu Beginn könnte man meinen eine Spur „Behind Blue Eyes“ von Limp Bizkit rauszuhören. Aber es gibt auch Ecken und Kanten an diesem Album, die an einigen Stellen als sehr holprig empfunden werden, dies betrifft z. B. den Gesang in „Die Finger deiner Hand“ der dort leicht unausgeglichen klingt. Zudem wurden einige Elektro-Sounds gerade an Übergängen platziert, die für einen Augenblick ein leichtes Störbild erzeugen, ein bisschen schwer ist es schon sich auf dem Album zurechtzufinden, weist es doch keine gerade Line auf, man könnte es als Berg und Talfahrt bezeichnen. Dennoch hält das neue Album auch einige gute Stücke bereit die mich ein wenig positiv stimmten wie z. B. „Der große Regen“,“ Warten im Regen“ oder „Lügen“.