Dead Poetic: Vices (2007) Book Cover Dead Poetic: Vices (2007)
Century Media
19.01.2007
www.deadpoetic.com

Tracklist:

  1. Cannibal vs. cunning
  2. Lioness
  3. Self-destruct & die
  4. Narcotic
  5. In coma
  6. Long forgotten
  7. Pretty pretty
  8. Sinless city
  9. The victim
  10. Paralytic
  11. Animals
  12. Crashing down
  13. Copy of a copy
  14. Vices

Haben Dead Poetic mit ihrem gewaltigen Schritt und ihrer Weiterentwicklung von dem ersten Album „Four Wall Blackmail“ zur zweiten Scheibe „New Medicines“ alle aus der Bahn geworfen, so überraschen sie mit ihrem dritten Werk „Vices“ mindestens genauso. Wieder ist ihnen eine wahnsinnige Entwicklung nach vorn gelungen. Man hat sich endgültig abgewandt von Emo und allem was dazu gehört. Auf der homepage der Band wird das Album mit Rock der Neunziger in Verbindung gebracht. Und genau das war auch meine erste Assoziation beim ersten Durchhören. Wunderbare Erinnerungen an die guten alten Hardrockzeiten wurden wach mit einem Anflug von Grunge.

Dead Poetic machen genau dies… mit etwas frischem Wind in allem, versteht sich. Denn man möchte ja nicht alte Mucke aufwärmen. Schon die erste Single „Narcotic“ beeindruckte ungemein. Da rocken die Jungs ordentlich los. Voller Energie und Gefühl, unterstützt durch erwachsenere Lyrics. Die Schreiparts sind zum Großteil verschwunden und Sänger Brandon legt den Focus nun mehr auf melodiösen und rockröhrigen Gesang. Oftmals erinnert der Gesang an Ex Stone Temple Pilots Frontmann Scott Weiland. Und das gesamte Album steht der Single in keinster Weise nach. Da sind wunderbare Rockballaden wie „In Coma“ oder „Paralytic“ vertreten, als auch der mitreißende und gut knallende Opener „Cannival vs. Cunning“. Dann kommen wieder überraschend in sich abwechslungsreiche Songs wie „Victim“, in dem Brandon ein wenig seine Screamo-Stimme auspackt und mit melodischen Gesangsparts abstimmt.

Treibende Riffs, ein pushendes Schlagzeug gepaart mit einer unglaublichen Rhythmik und einem hohen Abwechslungsfaktor machen das Album spannend und sorgen dafür, dass man wirklich keinen einzigen Song wegzappen möchte. Jeder einzelne wird genossen. Das Gesamtbild ist 100% stimmig, der Wiedererkennungswert hoch und mit einem Gastmusiker wie Chino Moreno der Deftones kann ja quasi nichts schief gehen.

Natürlich ist alles in allem auch viel poppiger und kommerzieller als in der Vergangenheit veranlagt und dürfte somit einige Leute mehr ansprechen… und eine große Anhängerschaft hätten sich Dead Poetic mit Vices wirklich verdient. Weiterentwicklung und Selbstfindung geglückt würde ich sagen.