Es gibt Konzerte. Es gibt Metal-Konzerte. Und dann gibt es Abende, an denen eine ganze Arena für ein paar Stunden beschließt, nach Valhalla umzuziehen.
Genau das passiert am Freitagabend in der QUARTERBACK Immobilien ARENA Leipzig. Auf dem Programm steht die „The Allfather Awakens Tour 2026“ von Amon Amarth – und mit Soilwork und Orbit Culture haben die Wikinger gleich zwei weitere schwedische Schwergewichte mitgebracht. Eine komplette schwedische Metal-Offensive also, die Leipzig ordentlich durchschütteln soll.
„Drei Bands, ein Land – und eine Arena voller Metalheads.“
Mit Leipzig wartet dabei auch eine der größten Locations der aktuellen Tour auf die drei Bands. Entsprechend groß wirkt schon vor dem ersten Ton die Erwartung in der Arena. Wo sonst Sport und Großveranstaltungen stattfinden, sammeln sich an diesem Abend Lederjacken, Bandshirts, Kutten und unzählige erhobene Hörner.
Und bevor Amon Amarth überhaupt die Bühne betreten, steht bereits fest: Das wird kein Abend, an dem man sich langsam warmspielt.
Soilwork eröffnen den schwedischen Angriff

Den Anfang machen Soilwork. Die Melodic-Death-Metal-Veteranen betreten die Bühne zu einer Zeit, zu der sich die Arena zwar noch füllt, aber längst nicht mehr leer wirkt. Und sie brauchen nicht lange, um klarzumachen, dass sie hier nicht einfach nur den obligatorischen Support-Slot abarbeiten wollen.
Soilwork bringen genau die Mischung mit, die sie seit Jahrzehnten zu einer festen Größe des Genres macht: harte Riffs, treibende Drums und Melodien, die sich trotz aller Wucht erstaunlich schnell im Kopf festsetzen.
„Warm-up? Nicht mit Soilwork.“
Von Beginn an ist ordentlich Bewegung vor der Bühne. Die Band profitiert von einem Publikum, das offensichtlich nicht erst für den Headliner gekommen ist. Gerade bei den schnelleren, aggressiveren Momenten wird klar, dass die Schweden an diesem Abend auf eine extrem dankbare Arena treffen.
Natürlich ist der Slot als erster Act des Abends begrenzt. Doch Soilwork nutzen ihre Zeit effektiv und liefern einen kompakten, druckvollen Einstieg. Keine unnötigen Pausen, kein großes Drumherum – stattdessen Melodic Death Metal mit Erfahrung, Routine und genug Energie, um die ersten Nacken bereits ordentlich zu belasten.
„Der erste Angriff ist eröffnet.“
Orbit Culture: Schwer, modern und verdammt intensiv
Nach Soilwork übernehmen Orbit Culture – und verändern die Atmosphäre spürbar.

Die ebenfalls aus Schweden stammende Band bringt einen deutlich moderneren, schwereren Sound in die Arena. Wo Soilwork stärker auf melodische Death-Metal-Strukturen setzen, drücken Orbit Culture mit massiven Grooves, wuchtigen Breakdowns und einer beinahe bedrohlichen Intensität nach vorn.
„Jetzt wird es schwer.“
Der Sound von Orbit Culture funktioniert in einer großen Arena erstaunlich gut. Die Gitarren walzen sich durch die Halle, während die Songs immer wieder zwischen Härte, Groove und eingängigen Passagen wechseln. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass die Band längst nicht mehr nur als Geheimtipp für Insider funktioniert.
Vor der Bühne nimmt die Bewegung weiter zu. Erste Moshpits entstehen, Köpfe verschwinden im Takt der Musik und immer wieder wird deutlich: Das Publikum ist inzwischen komplett angekommen.
Orbit Culture liefern keinen bloßen Übergang zum Headliner. Sie setzen ihren eigenen Akzent an diesem Abend – schwerer, moderner und kompromissloser.


„Die Wikinger sind noch nicht da – aber Leipzig bebt bereits.“
Als die Bühne anschließend für Amon Amarth vorbereitet wird, ist die Spannung entsprechend groß. Die Arena ist nun deutlich voller, die Gespräche verstummen langsam und überall richten sich die Blicke nach vorn.
Dann beginnt der Hauptteil des Abends.
Willkommen in Valhalla
Amon Amarth betreten die Bühne – und aus einem Metal-Konzert wird innerhalb weniger Minuten eine Wikinger-Saga.

Die „The Allfather Awakens Tour“ wurde bereits im Vorfeld als besonders aufwendige Produktion angekündigt. Ritual, Feuer und ein erweitertes Bühnenbild sollten eine wichtige Rolle spielen. In Leipzig wird schnell klar, dass diese Versprechen nicht nur für das Tourposter gemacht wurden.
„Willkommen in Valhalla.“
Die Bühne wird zur Kulisse einer nordischen Welt. Feuer, Figuren und martialische Elemente begleiten die Musik, während Johan Hegg und seine Mitstreiter einen Song nach dem anderen in die Arena schleudern.

Dabei funktioniert Amon Amarth vor allem deshalb so gut, weil die Band ihre Songs nicht einfach nur spielt. Sie inszeniert sie.
Die Wikinger-Thematik ist bei Amon Amarth schließlich seit jeher mehr als nur Dekoration. Sie steckt in den Texten, in der Musik und mittlerweile auch tief in der gesamten Live-Show. In Leipzig entsteht dadurch immer wieder das Gefühl, nicht einfach einer Band beim Konzert zuzusehen, sondern mitten in eine überdimensionale Schlacht hineingezogen zu werden.
„Keine Zuschauer. Nur Mitstreiter.“
Johan Hegg übernimmt dabei einmal mehr die Rolle des perfekten Feldherrn. Mit seiner Präsenz und seiner markanten Stimme hält er die riesige Halle fest im Griff. Er animiert, fordert und feuert das Publikum immer wieder an – und Leipzig lässt sich nicht lange bitten.
Moshpits entstehen, Crowdsurfer machen sich auf den Weg nach vorne und zwischen all der Bewegung werden immer wieder Trinkhörner in die Höhe gestreckt.
Die Stimmung ist von Beginn an auf einem Level, das kaum noch nach unten geht.

Wenn die Ruder ausgepackt werden
Natürlich gehören zu einem Amon-Amarth-Konzert auch die Momente, die längst fester Bestandteil der gemeinsamen Live-Rituale zwischen Band und Publikum geworden sind.
Es wird gesungen. Es wird gebrüllt. Es werden Hörner erhoben.
Und natürlich wird gerudert.
„Ruder bereit!“
Spätestens dann verwandelt sich die große Arena in ein Meer aus Bewegung. Tausende Menschen folgen den Vorgaben der Band, und für einen Moment sieht es tatsächlich so aus, als würde sich eine komplette Wikingerflotte durch die QUARTERBACK Immobilien ARENA bewegen.
Genau diese Mischung aus Selbstironie, gigantischer Show und kompromissloser Metal-Wucht macht Amon Amarth live so besonders. Die Band nimmt ihre Inszenierung ernst genug, um eine beeindruckende Welt zu erschaffen – aber nie so ernst, dass der Spaß verloren geht.
Zwischen Feuer, Schlachten und donnernden Riffs bleibt immer genug Platz für das, was ein Konzert am Ende ausmacht: die Verbindung zwischen Bühne und Publikum.
„Metal kann groß sein. Und verdammt viel Spaß machen.“


Klassiker, neue Songs und keine Zeit zum Durchatmen
Die Setlist verbindet die bekannten Amon-Amarth-Momente mit Material der aktuellen Tourphase. Klassiker sorgen für die lautesten Reaktionen, während die neueren Songs sich nahtlos in das massive Live-Gewitter einfügen.
Songs wie „Death in Fire“, „Shield Wall“ oder „Raise Your Horns“ gehören dabei erwartungsgemäß zu den Momenten, in denen die Arena endgültig explodiert.
Jede Zeile wird mitgesungen, jede Aufforderung dankbar angenommen.
Und auch wenn Amon Amarth längst Arenen dieser Größenordnung gewohnt sind, wirkt der Abend nie routiniert oder heruntergespult. Die Band hat sichtbar Spaß daran, diese riesige Halle in Bewegung zu halten.
Besonders bemerkenswert: Trotz der Größe der Location bleibt der Sound druckvoll. Gitarren, Bass und Schlagzeug bilden eine massive Wand, während Johan Heggs Stimme klar genug darübersteht, um selbst in den lautesten Momenten nicht unterzugehen.
„Laut, größer, Valhalla.“

Die Resonanz nach dem Konzert spricht eine ähnliche Sprache. In den Stunden nach der Show dominieren in den Reaktionen vor allem Begeisterung über die enorme Energie, die großen Moshpits und die aufwendige Wikinger-Inszenierung. Immer wieder wird deutlich: Leipzig hat an diesem Abend nicht nur eine Band gesehen – Leipzig hat eine komplette Metal-Schlacht erlebt.
Eine Arena wird zum Schlachtfeld
Nach mehr als vier Stunden Musik mit drei Bands endet der Abend schließlich dort, wo er für viele begonnen hat: irgendwo zwischen Schweiß, heiseren Stimmen und einem steifen Nacken.
Soilwork haben einen starken Auftakt geliefert. Orbit Culture haben die Arena mit ihrer modernen, schweren Wucht weiter aufgeheizt. Und Amon Amarth haben anschließend das getan, was sie seit Jahren so erfolgreich machen: Sie haben aus einem Metal-Konzert ein riesiges Spektakel gemacht.
Dass Leipzig dabei zu den größeren Stationen der aktuellen Tour gehört, war an diesem Abend nicht nur eine Zahl auf dem Tourplan. Die Dimension der QUARTERBACK Immobilien ARENA passte perfekt zu einer Produktion, die auf Größe ausgelegt ist.
„Wenn der Allvater erwacht, bleibt keine Arena still.“

Amon Amarth beweisen in Leipzig einmal mehr, dass ihre Konzerte längst mehr sind als eine Aneinanderreihung von Songs. Es ist eine Mischung aus Metal, Mythologie, Feuer, Humor und einer riesigen Gemeinschaft vor der Bühne.
Für ein paar Stunden herrscht in Leipzig also nur eine Regel:
Hörner hoch.
Ruder raus.
Und volle Fahrt nach Valhalla.
Galerien (by Lydia Weise bs! 2026)
Setlist:
- Gjallarhorn
- War of the Gods
- Death in Fire
- Free Will Sacrifice
- Deceiver of the Gods
- The Allfather Awakes
- Hermod’s Ride to Hel – Lokes Treachery, Part 1
- Put Your Back Into the Oar
- We Rule the Waves
- One Thousand Burning Arrows
- Upphaf
- Guardians of Asgaard
- Shield Wall
- Eight Legs of Thunder
- Raise Your Horns
- For Victory or Death
- The Way of Vikings
- Saxons and Vikings
- Twilight of the Thunder God
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