Start Specials Songs of 2025: Oktober – Dezember (2025)

Songs of 2025: Oktober – Dezember (2025)

Aus der eigenen Komfortzone herauskommen und den Musikgeschmack der Kolleg*innen unter die Lupe nehmen: das ist unser neuer Vorsatz für das Jahr 2025. Wie auch in den vergangenen Jahren sammelt die Redaktion jeden Monat ihre Lieblingssongs in einer Spotify Playlist. Alle drei Monate nehmen wir dann die Songs der anderen unter die Lupe. Welche Tracks uns pro Quartal am besten gefallen haben, erfahrt hier hier:

Michael G wählt: „Precious Problem“- War On Woman
Dass ich mal zwei Songs in der engeren Auswahl für das Quartals-Review habe, kam bisher noch nicht vor. Doch die finale Entscheidung für “Precious Problem“ von War On Woman liegt klar auf der Hand: Das Intro mit seiner hypnotischen Melodie (welches sich fast durch den kompletten Song im Hintergrund durchzieht) lässt im ersten Moment nicht auf einen härteren Punk-Song deuten, in den er sich dann entwickelt. Überraschungseffekt geglückt! “Precious Problem“ dudelt im weiteren Verlauf nicht sinnlos in irgendwelchen nichtssagenden Parts vor sich hin, sondern setzt mit markanten Breaks und starken Chorus („You don’t wanna solve the problem, you just wanna have the problem – Precious Problem“) auf Eingängigkeit. War On Woman waren mir vorher kein Begriff, aber werde ich auf dem Schirm behalten. Coole Sache!

Courtney Barnett (Foto: Thea Drexhage bs! 2022)

Franz wählt: „Stay In Your Lane “ – Courtney Barnett
Die erste Single „Stay in your Lane“ aus dem kommenden Album „Creature of Habit“ leutet eine neue Ära in Courtney Barnetts Karriere ein. Während die Songs vom letzten Album „Things Take Time, Take Time“ wesentlich introvertierter daher kamen, präsentiert sich „Stay in your Lane“ wesentlich kantiger. Lautes Knarzen, trifft auf Unsicherheit & Angst vor Veränderung. Gerade das Songwriting ist Courtneys größte Stärke & lässt die Freude auf das kommende Album wachsen.

Lydia wählt: „End of You“ – Poppy, Amy Lee & Courtney LaPlante
Manchmal kommt ein Song daher, der einen einfach packt – End of You ist genau so einer. Drei Stimmen, die jede für sich schon ikonisch sind, treffen hier aufeinander: Poppy, Amy Lee, Courtney LaPlante. Und ja, allein die Vorstellung, dass diese drei Frauen zusammen etwas aufnehmen, ist schon elektrisierend. Aber es klingt nicht nach Show, nicht nach „Wow, wir sind drei bekannte Namen“. Es klingt nach Ehrlichkeit und nach roher Emotion. Musikalisch ist der Song ein ständiges Auf und Ab zwischen verletzlicher Melancholie und unbändiger Power. Amy Lees Stimme schmerzt und tröstet gleichzeitig, Poppy bringt diese unberechenbare, kühle Intensität, und Courtney lässt alles explodieren, wenn es nötig ist. Zusammen fühlt es sich an, als ob diese drei Frauen dir sagen: „Du bist nicht allein, und du darfst wütend sein.“ Ich habe lange keinen Song gehört, der so viel Respekt, Wucht und Verletzlichkeit gleichzeitig transportiert – und genau das macht End of You für mich so besonders. Nicht nur, weil die Stimmen stimmen, sondern weil man spürt: Hier haben drei Frauen etwas geschaffen, das größer ist als jede Einzelne.

Spanish Love Songs (Foto: Thea Drexhage bs! 2024)

Torsten wählt: „Cocaine & Lexapro“ – Spanish Love Songs feat. Kevin Devine
Spanish Love Songs zeichnen sich seit über 10 Jahren für mitreißenden Emopunk aus. „Cocaine & Lexapro“ ist hier weniger mitreißend als vielmehr ein flüchtiger Blick ins düstere Tagebuch. Im Vorrübergehen wird man hineingezogen, gefesselt und fühlt was geschrieben steht. Überforderung, Selbstzweifel und den unbändigen Versuch zu funktionieren. Die Besonderheit ist hier die Stimme von Kevin Devine, der die emotionale Überforderung noch verstärkt. Ohne große Highlights lebt „Cocaine & Lexapro“ von seiner Nähe und Intensität. „Cocaine & Lexapro“ bleibt hängen, weil er das Gefühl einfängt, gleichzeitig zu viel zu fühlen und trotzdem leer zu sein – und genau darin liegt seine Stärke.

Kristin wählt: „Fuck the System“ von Biohazard
Fuck The System ist kein subtiler Song – und will es auch nicht sein. Biohazard liefern hier rohe Energie, kompromisslose Riffs und einen Text, der Frust nicht erklärt, sondern rauslässt. Das Lied funktioniert als Ventil für all jene Momente, in denen man merkt, dass Anpassung nicht mehr reicht. Keine Ironie, keine Distanz – nur direkte Konfrontation.

Florence And The Machine (Foto: Rune Fleiter bs! 2019)

Thea wählt: Witch Dance von Florence and the Machine
Wenn man an Florence and the Machine denkt, denkt man automatisch an Magie. Aber eher die leichte, helle, elfenhafte. Mit Witch Dance zeigt sie, dass es auch anders geht. Dunkel, groovy, mystisch. Der Song reiht sich hervorragend in die Tracklist ihres jüngsten Albums „Everbody Scream“ ein, eine der wohl stärksten Platten des Jahres. Es ist eine Nummer, die ganz ohne den mächtigen Florence-Welch-Ohrwurm-Chorus auskommt und stattdessen durch immer neue Facetten überrascht. Der Song lädt dazu ein, sich fallen zu lassen und den eigenen inneren Tanz zu finden.

Rune wählt: Swordsman von Night Tapes
Ein letztes Mal durch die Lieblingssongs meiner Kolleg*innen hören und über einen davon schreiben der es auch in die eigene Playlist geschafft hätte. Obwohl ich immer versucht habe außerhalb meiner musikalischen Komfortzone etwas zu finden war ich am Ende doch immer sehr nah an dem was ich normalerweise höre. Nicht so dieses Mal denn mit Swordsman schaffen es Night Tapes mir Dream-Pop schmackhaft zu machen, ein Genre dem ich normalerweise nicht so zugeneigt bin. Bei Swordsman ist das vollkommen anders was nicht zuletzt and der perfekten Harmonie zwischen Bassline, Gitarre und den Vocals von Sängerin Iiris Vesik liegt. Hier habe ich nicht nur einen richtig guten Songs gefunden sondern mit Night Tapes eine Band die ich definitiv weiter verfolgen werden denn auch weitere ihrer Songs treffen gerade voll meinen Vibe.

Alle Songs findet ihr in unserer Songs Of 2025 Playlist zum Nachhören:

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