Es gibt sie ja schon seit Urzeiten, die ewige Diskussion wie man ein Konzert beenden soll. Ruhig und entspannt auslaufend mit einem Schmusi-Song oder aber mit einem Baller-Lied (nicht Ballermann-Lied, das ist was anderes), das noch mal alles beim Publikum rausholt, was sich zuvor aufgebaut hat und dann explosionsartig in einem grandiosen Finale entlädt. Wissenschaftlich betrachtet gibt es ja die Big Bang Theory:
Als Urknall (englisch Big Bang) bezeichnet man das früheste Anfangsstadium des Universums nach einer angenommenen Entstehung von Materie, Raum und Zeit vor etwa 13,8 Milliarden Jahren. „Urknall“ bezeichnet dabei keine Explosion in einem bestehenden Raum, sondern die extrem schnelle Ausdehnung des Raums selbst aus einer ursprünglichen Singularität. Aha, so weit, so klar. Aber die Frage ist auch nur rein rhetorisch zu sehen. Im Universum des Power Metal gibt es keinen Schmusi-Song. Die Leute wollen einen…
Big Fuckin´ Bang

Ort des Urknalls ist heute das Capitol in Hannover. Die Bühne ist gerammelt voll mit Equipment. Drei Bands des Genres sind angekündigt und eine Band aus Schweden macht den Anfang. Und ja, genauso und keinen Fatz anders, so stellt man sich Metalbandmitglieder vor. Matte bis zum Po, Rauschebart bis zum Bauchnabel. Passt. Das ist Majestica. Man sollte jetzt auch nicht erwarten, dass es hier Melodic Metal auf die Ohren gibt. Hallo? Bei einer Formation, die sich aus Ex-Mitgliedern von Reinxeed, Sabaton und Wizdoom zusammensetzt, gibt’s nur eins: Volldampf. Power Metal. Und auf den „Power Train“ (Titelsong des aktuellen Albums) springt man sehr gerne auf. Frontmann Tommy Johansson und vor allen Dingen Rauschebart und Bassist Chris David bringen Schwung rein, sind Hingucker und Anpeitscher. Aber so ganz viel Peitschen müssen sie gar nicht. Das Publikum ist sofort bereit mitzugehen zu Hits wie „No Pain, No Gain“, „Metal United“ und „Alliance Forever“. Zusammenhalt wird hier gelebt.
Einen anderen Ansatz haben Dominum aus Nürnberg. Sie kommen über die Gruselschiene als Zombies daher. Außer Sänger Felix Heldt tragen alle Masken. Und Künstlernamen haben sie auch: Den Gesang macht Dr. Dead (Felix Heldt), Gitarre Tommy Kemp (Jochen Windisch), am Bass Patient Zero (Korbinian Benedict) und am Schlagzeug trommelt Marcos Feminella als Victor Hiltop. Die Fans brauchen aber keine Angst haben, sind alles nette Zombies, so sagt Dr. Dead. Die sind sogar so nett, dass sie das Lied einer hannoverschen Band spielen. „Rock You Like A Hurricane“ von den Scorpions kommt ganz ordentlich daher. Sonst bleibt man eher im Horror-Bereich mit „The Dead Don’t Die“ oder „Frankenstein“. Das alles natürlich auf Basis von Power Metal. Hat Spaß gemacht der Grusel.
Master of the sword and axe
Training till the day turns dark
Powerful and beautiful
He’s gotta face the demon hordes
Stellt sich jetzt nur eine Frage: wie bleibt man über mehrere Jahre erfolgreich im Bereich Power Metal? Power Metal ist eine Mischung aus Status Quo (wegen der wenigen Akkorde), harte Riffs, aber auch viel Synthesizer und stampfendem Rhythmus. Hier tanzen auch Metalheads, wo die doch eigentlich nur Headbanging können. Die Antwort ist so simpel wie der Beat. Man muss halt eine gute Show bieten. Battle Beast aus Finnland machen das. Der Equipmentaufwand ist immens. Licht, Nebelsäulen und Platz für fünf Musiker. Im Mittelpunkt der Show steht allerdings immer und zurecht, Noora Louhimo. Sie ist ein Hingucker, eine Erscheinung, um sie dreht sich alles. Mit ihrer Stimme, ihrer Verkleidung als Walkyre, führt Sie die Fans direkt nach Walhölla. Sie hat hier die Hörner auf. Mit Albewährtem geht’s los. Direkt “Straight to the Heart” sind sie die “Master of llusion”. Dann folgt schon “Last Goodbye“ vom neuen Album „Steelbound“. Power Metal ist immer auch ein bisschen Pop-Rock, auch schlageresk, doch zum Glück überwiegend hardrockig. Sonst würde das ganz Ding gar nicht funzen. Funzt aber und das sehr ordentlich. Härte trifft Pop. Klassiker wie “Bastard Son of Odin oder “King for a Day” im Zugabenteil sind Knaller. Apropos Knaller. Battle Beast sind Big Bang. Big Fuckin Bang.
Galerien (by Michael Lange bs! 2025):
- Majestica (04.11.2025, Hannover) [37]
- Dominum (04.11.2025, Hannover) [23]
- Battle Beast (04.11.2025, Hannover) [40]
Setlist Majestica:
- Power Train
- Night Call Girl
- Rising Tide
- No Pain, No Gain
- Above the Sky
- Metal United
- Alliance Forever
Setlist Dominum:
- Danger Danger
- Killed by Life
- The Dead Don’t Die
- Frankenstein
- We Are Forlorn
- Don’t Get Bitten by the Wrong Ones
- Rock You Like a Hurricane (Scorpions cover)
- We All Taste the Same
- The Chosen Ones
- Immortalis Dominum
- Outro The Power of Love (Huey Lewis and the News song)
Setlist Battle Beast:
- Straight to the Heart
- Master of Illusion
- Last Goodbye
- Here We Are
- No More Hollywood Endings
- Eye of the Storm
- Blood of Heroes
- Where Angels Fear to Fly
- Watch the Sky Fall
- Twilight Cabaret
- Bastard Son of Odin
- Angel of Midnight
- Steelbound
- Eden (Extended intro to teach chorus)
- The Long Road
- King for a Day
- Wings of Light
- Outro: Top Gun Anthem (Steve Stevens song)
Links:
www.majesticametal.com
www.dominumofficial.com
www.battlebeast.fi/home