Start Specials Most Wanted: Franz musikalischer Rückblick (2025)

Most Wanted: Franz musikalischer Rückblick (2025)

2025 war ein Jahr voller Veränderungen, Umbrüche und der Akzeptanz, dass Stillstand eher etwas für alle anderen, aber nicht mich selbst ist. Kaum ein Jahr verging so schnell wie dieses. Während das Jahr eher langsam startete, passierte dann ab Mai alles Schlag auf Schlag. Ein Karrierewechsel, ein neuer Job, neues Equipment, der große Wechsel von Fujifilm auf Sony, ein neuer Instagram Name, eine neue Website, neue fotografische Herausforderungen und noch so viel mehr. Nichts blieb beim Alten und vielleicht ist das einfach auch notwendig. Während all diese Dinge dafür sorgten, dass das Jahr alles andere als langweilig wurde, zeigte mir die ganze Veränderung auch, wie besonders Zeit ist und wie wichtig es ist, sich selbst Pausen zu nehmen, auch wenn diese sich vielleicht nicht immer richtig anfühlen. 2025 war ein Jahr voller spannender Pop Releases, welche stellenweise perfekt die 2010er Jahre zurückbrachten. Aber auch neue Acts fanden schnell einen Platz in meinem Herzen und das geniale Reeperbahn Festival durfte auch nicht fehlen. Über meine Alben des Jahres, mein Konzert des Jahres und mehr zum Reeperbahn Festival erfahrt ihr hier.

Album des JahresLily Allen – West End Girl

Manchmal denkt man, das Album des Jahres steht bereits fest, doch dann kommt plötzlich ein Überraschungsrelease & alle Erwartungen sind gesprengt. Genau so lief es dieses Jahr für mich, als Lily Allen ganz ohne Vorabsingle West End Girl Ende Oktober veröffentlichte. Nur wenige Artists schaffen es, eine so enge Connection zwischen ihrer Musik und ihren Fans aufzubauen, wie es Lily Allen tut – aber genau das machte No Shame zum perfekten Albumtitel ihres letzten Albums aus dem Jahre 2018. Auch auf West End Girl schreckt Lily Allen nicht davor zurück, schonungslos ehrlich zu sein & so erzählt ihre Sicht der Scheidung von ihrem Ehemann David Harbour, welcher bekannt ist aus der Netflix Serie „Stranger Things“. Sie selbst sagte, dass die Songs auf wahren Erlebnissen, aber teilweise auch auf Autofiktion beruht. West End Girl ist der beste Beweis, wieso es notwendig ist, dass Artists kreative Pausen machen und sich zeitweise auch anderen kreativen Projekten zuwenden. Genau diese Pausen geben oftmals nötige Distanz und Offenheit für neue Wege. Das zeigt sich sowohl in der Art und Weise, wie dieses Album entstand, als auch im Sound, der Lily Allen nochmal vollständig anders präsentiert. Songs wie „Relapse“, „Pussy Palace“ und „Fruityloop“ fassen den Sound des Albums perfekt zusammen und das beste Qualitätsmerkmal ist sowieso, wenn alle Hörer*innen verschiedene Favouriten haben. Der einzige Deutschland-Auftritt zur Ära scheint bisher für das Lollapalooza in Berlin im Sommer geplant zu sein.

Honorable Mentions:
Lady Gaga – MAYHEM
Addison Rae – Addison
Jessica Winter – My First Album
MARINA – PRINCESS OF POWER
Turnstile – NEVER ENOUGH

Konzert des Jahres: Lorde – Ultrasound Tour

Wer Lorde schon etwas länger verfolgt, weiß womöglich bereits, dass Konzerte von Lorde nicht normal ablaufen. Egal, ob die Weltuntergangsstimmung bei der „Melodrama“-Tour im Jahre 2017, oder die große Corona-Hitze-Welle & dem gestrichenen Encore während der „Solar Power“-Tour im Jahre 2022 – irgendwas passiert immer. Umso überraschender ist es womöglich, dass mein Konzert des Jahres nun die Berlin Show der „Ultrasound“-Tour ist. Das neue Album „Virgin“ klickte bei mir das ganze Jahr über gar nicht, aber die Live-Versionen, die klare Bildsprache und der Livebezug gaben den neuen, aber auch den alten Songs ein ganz neues Leben. Plötzlich versteh ich, was „Virgin“ uns mitgeben möchte und wieso es sich so gut in die Diskografie von Lorde einfügt. Eine nahezu perfekte Setlist traf auf ein modernes und vielseitiges Bühnenbild und trotz der großen Max-Schmeling-Halle, fehlte es nie an Nähe zu Lorde selbst. Kein Foto oder Video kann die einmalige Energie einfangen, die dieses Konzert transportiert hat. Die Tickets waren innerhalb weniger Sekunden vollständig ausverkauft und das ist gut verständlich bei dem Hype, den Lorde erneut bekommen hat, seit ihrem Song mit Charli XCX.

Festival des Jahres: Reeperbahn Festival

Beaks (Foto: Franz Naumann bs! 2025)

Viele wissen, dass meine Reise in die Konzertfotografie mit dem Reeperbahn Festival 2023 begann. Nachdem ich das Festival letztes Jahr bereits für Be-Subjective begleiten konnte, war es offensichtlich für mich, das Gleiche auch dieses Jahr zu tun. Kaum ein anderes Festival ist so intensiv und so vielseitig wie das Reeperbahn Festival und genau das zeigte sich auch wieder in diesem Jahr. Ein eng getaktetes Lineup traf erneut auf verschiedene Veranstaltungen, Networking Events und Musikrichtungen. Am liebsten möchte man sich aufteilen um alle Events gleichzeitig zu begleiten, aber auch in diesem Jahr musste man wieder harte Entscheidungen treffen. Einige der coolsten Neuentdeckungen waren zweifellos Twin Tribes, Pem und BEAKS. Nun bleibt es spannend zu beobachten, welche der diesjährigen Reeperbahn Festival Acts einen ähnlichen Austieg wie The Last Dinner Party aus dem Jahre 2024 hinlegen werden.

Musikalischer Vorsatz für 2026

Mein Vorsatz für 2025 war es, wieder stärkeren Fokus auf lokale Berliner Bands und Artists zu legen. Außerdem wollte ich mehr für Festivals verreisen.
Diese großen Pläne trafen auf ein noch größeres Jahr voller Veränderungen und Neuanfängen. 2025 fühlte sich an, wie 3 Jahre in einem, aber im Tempo von 3 Monaten. Aus diesen Gründen konnte ich viele Pläne nicht ganz so umsetzen, wie ich das geplant hatte. Das Reisen klappte leider noch nicht ganz so und da mich dieses Jahr kaum ein Festival Lineup richtig abholen konnte, blieb es bei nur einem Festival. Anstatt mehr Fokus auf Berliner Bands zu legen, habe ich stattdessen meinen Vorsatz aus dem Jahr 2023 erneut aufgenommen und noch mehr Bands aus meiner Teenage-Zeit neuentdeckt. Für 2026 möchte ich eine Tour fotografisch begleiten und gern mehr Veränderung in meine Musikrichtungen bringen. Konzerte wie das von Turnstile und Twin Tribes zeigten mir, wie vielseitig mein eigener Musikgeschmack ist und genau das möchte ich nun auch gern in die Fotografie übertragen!

Als Teil unserer Beitragsreihe Reingehört haben unsere Redakteur*innen Monat für Monat ihre Lieblingssongs in unserer Spotify Playlist bs! Songs Of 2025 gesammelt und daraus einen zufällig ausgewählten Song am Ende des Monats kurz und knapp reviewt.

Die Top 3 Songs des Jahres 2025 von Franz sind (in unspezifischer Reihenfolge):
– Lady Gaga – Lovedrug
– Addison Rae – Fame is a Drug
– Anika – Abyss

Wenn ihr Wissen wollt was unsere Redaktion dieses Jahr sonst so gehört und gefeiert hat dann schaut gerne in die anderen Jahresrückblicke unserer Redakteur*innen rein oder checkt unsere Spotify Playlist bs! Songs Of 2025 mit allen Lieblingssongs 2025 aus.

Die mobile Version verlassen