Das letzte Mal spielten The Baboon Show 2023 auf ihrer „God bless you all“ – Tour noch in der Reithalle in Dresden. Die war brechend voll und glich einer schwedischen Sauna nach anderthalb Stunden Punkrock-Aufguss.
Knapp 2 Jahre später sollte es auf der „Be a Baboon“-Tour schon der bedeutend größere Alte Schlachthof in Dresden sein und was soll ich sagen? Auch das Ding war letzten Samstag voll und unverschwitzt sollte auch da niemand bleiben. Aber der Reihe nach.

Gegen 20:00 Uhr eröffneten The Meff aus Südengland den Abend. Nur mit Schlagzeug und Gitarre bestückt, enterten Lilly und Lewis die Bühne. Schnörgellos, dafür mit viel Power und einer großartigen Bühnenpräsenz begeisterten die Beiden mit ihrem knackigen Set sofort und kurbelten die Vorfreude auf The Baboon Show an.
Bist du ein Baboon?
Kurz nach 9 war es soweit: Der Vorhang fällt, The Baboon Show sind da und starten mit „Be a Baboon“ in ein bandtypisches energiegeladenes und schweißtreibendes Konzert, was Seinesgleichen sucht. Ab der ersten Sekunde wird Vollgas gegeben, Sängerin Cecilia wirbelt ungebremst über die Bühne und gibt die Richtung vor. Nach über 20 Jahren hat die Band so einige Hits am Start, um die Setlist zu füllen. Dabei variieren die Baboon-Songs zwischen den typischen Punk-Vollgas-Songs, Mitsing Hymnen, balladeske Stücke wie „Gold“ und auch AC/DC-artigen Grooves wie in „Hurray„.
Bitte einmal die Sängerin zurück!
Für „Rolling“ werden nochmals Lilly und Lewis von The Meffs auf die Bühne geholt, „You got a problem without knowing it“ wird durch „War Pigs“ von Black Sabbath aufgelockert und für „No Afterglow“ lässt Simon Dahlberg das Publikum den Mitsingpart anstimmen, wodurch sich einige Ältere (also ich z.B.) an Iron Maiden erinnert fühlen sollten. Sängerin Cecilia crowdsurft während „Radio Rebelde“ durch den Schlachthof, was erwartungsgemäß etwas länger dauert als der Song selbst. Simon musste freundlich darum bitten, dass er so langsam gern seine Sängerin wieder hätte. Da sich die Band nicht wirklich einig war, welche Songs sie zur Zugabe spielen sollten, haben sie ganz einfach einen ganzen Schwung an Klassikern nahtlos aneinander gereiht. Dieter-Thomas Heck würde es Medley nennen – ein besserer Begriff fällt mir auch nicht ein. Mitgezählt habe ich aber 4 verschiedene, immer knapper werdende Outfits der Sängerin. Schlagzeuger Niclas zeigte Bein und ließ sich tanzend abfeiern, Bassistin Frida hatte kürzlich Geburtstag und bekam ein Ständchen geboten.
Selbstredend durfte auch ein Statement der Band gegen Alles, was zur Zeit grad schief läuft, nicht fehlen. Eingebettet in Songs wie „Class War“ und „Same old Story“ ist dies absolut authentisch und unterstreicht die Haltung zu einem der Hauptthemen der Band. Die gestreckten Zeige- und Mittelfinger gegen Kriegstreiber, Trump, Nazis und Konsorten wurden allerdings auch nicht überstrapaziert, da es an dem Abend darum ging, gemeinsam Spaß zu haben, die Musik und das Leben zu feiern. Und so endete der Abend mit „Me, myself and I“ und der Gewissheit, eine der besten Live-Bands des Planeten erlebt zu haben. Man spürt förmlich die Freundschaft und Sympathie zwischen den Bandmitgliedern, was sich sofort auf das Publikum überträgt. Die Show kommt vollkommen ohne Schnickschnack wie Pyrotechnik und Videos aus – sie haben das nicht nötig. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass nach der aktuellen Deutschlandtour bereits ein neues Album in den Startlöchern steckt.
Vielen Dank an CCTop, Don Simon, Frida Steel und Nico The Machine für ein unvergessliches Konzert. Adjö.
Galerien (by Enrico Langer bs! 2026):
Setlist:
- Be a Baboon
- Walk the Walk
- God bless you all
- You got a problem without knowing it
- Rolling
- Gold
- Hurray
- No Afterglow
- Class War
- Same Old Story
- Radio Rebelde
- Lost you in a second
- Oddball
- The Shame
- Me, myself and I
Bilder & Text: Enrico Langer
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