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Review: Disco, Dresden und 9000 Menschen im Glitzerrausch – Purple Disco Machine verwandelt den Zwinger in einen riesigen Dancefloor (22.05.2026, Dresden)

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Es gibt Konzerte. Und es gibt Abende, bei denen man schon beim Betreten merkt, dass hier gerade etwas passiert, worüber Dresden noch lange sprechen wird.

Als Purple Disco Machine am 22. Mai 2026 die erste seiner vier restlos ausverkauften Open-Air-Shows im Zwinger spielt, wird schnell klar: Das hier ist keine gewöhnliche Konzertreihe. Es ist ein Liebesbrief an seine Heimatstadt. Und vermutlich gleichzeitig ein logistischer Wahnsinn für alle Beteiligten.

Viermal ausverkauft – und vermutlich nie wieder

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)
Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Im Vorfeld erzählt Tino Piontek alias Purple Disco Machine selbst, dass ihn dieses Format wahrscheinlich an den Rand des Wahnsinns bringt. Vier ausverkaufte Shows im Zwinger? Ein organisatorischer Kraftakt. Hätte er vorher gewusst, was das alles bedeutet, hätte er es vielleicht nie gemacht. Umso schöner ist also die Tatsache, dass er es trotzdem durchzieht.

Denn genau dadurch verwandelt sich der Dresdner Zwinger zu Pfingsten 2026 wieder in das, wofür er ursprünglich einmal gebaut wurde: einen prachtvollen Ort für Feste, Musik und gemeinsames Erleben. Ob zu Zeiten von August dem Starken allerdings schon Disco-Beats durch die barocken Mauern gedrückt haben, bleibt fraglich.

Zwischen Aperol, Hawaiihemden und barocker Kulisse

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Schon lange vor Konzertbeginn strömen die Menschen durch den Innenhof. Und das Publikum ist fast genauso sehenswert wie die Show selbst. Überall glitzert und funkelt es in Lila. Purple-Disco-Machine-Hawaiihemden scheinen beinahe offizieller Dresscode zu sein. Dazu violette Sonnenbrillen, Pailletten, Hemden, Hüte und natürlich die typischen PDM-Becher mit Aperol oder Riesling in der Hand. Das Schöne dabei: Hier feiert wirklich alles gemeinsam. Teenager tanzen neben ihren Eltern. Mittvierziger neben Studenten. Rentnerpaare neben völlig eskalierten Freundesgruppen. Niemand wirkt geschniegelt oder geschniegelt-cool — die Stimmung ist entspannt, fröhlich und erstaunlich herzlich.

Und obwohl jede Show mit rund 9000 Besuchern restlos ausverkauft ist, fühlt sich der Zwinger nie unangenehm voll an. Die großzügige Fläche sorgt für gute Sicht von allen Seiten und ausreichend Platz zum Tanzen.

Der Zwinger wird zum Club

Die eigentliche Hauptrolle des Abends spielt fast ebenso sehr die Location wie Purple Disco Machine selbst. Der gesamte Zwinger ist illuminiert. Licht, Laser, Nebel und Projektionen verschmelzen perfekt mit der barocken Architektur. Selbst die Brunnenfontänen scheinen im Takt mitzutanzen. Spätestens mit Einbruch der Dunkelheit entfaltet die Show dann ihre komplette Wucht.

Über dem Kronentor dreht sich eine riesige Discokugel und wirft ihre Reflexionen quer über den Innenhof. Die historischen Mauern leuchten in wechselnden Farben, während sich der gesamte Zwinger endgültig in eine gigantische Open-Air-Disco verwandelt.

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Purple Disco Machine gelingt hier etwas ziemlich Besonderes: Er bringt diesen „klassischen“ Ort ins 21. Jahrhundert, ohne dass die Magie des historischen Ambientes verloren geht.

Zwischen Euphorie und Smartphone-Dokumentation

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

So ausgelassen die Stimmung auch ist — manchmal wirkt das Publikum fast ein wenig zu sehr damit beschäftigt, den Abend festzuhalten, statt ihn wirklich zu erleben.

An einigen Stellen stehen Menschen minutenlang regungslos filmend mitten im Rettungsweg, während um sie herum getanzt wird. Ein großes Lob geht deshalb an die Security, die freundlich, geduldig und erstaunlich entspannt dafür sorgt, dass die Wege frei bleiben.

Denn eigentlich wäre es schade, diesen Abend nur durch ein Smartphone-Display mitzuerleben.

Gäste, die den Zwinger eskalieren lassen

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Natürlich bringt Purple Disco Machine auch diesmal wieder Gäste mit auf die Bühne.

Moss Kena, inzwischen fast Stammgast bei Dresdner PDM-Shows, liefert gewohnt starke Vocals und sorgt sofort für Begeisterung. Noch lässiger wird es allerdings mit Friedrich Liechtenstein. Der deutsche Sänger und Schauspieler muss eigentlich gar nicht viel tun — ein verschmitztes Grinsen und ein paar Tanzbewegungen reichen völlig aus, damit der Zwinger bei „Die Maschine“ komplett eskaliert.

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Der Überraschungsgast des Abends ist allerdings Felix Räuber.

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Als der Dresdner Musiker mit „Allein Allein“ auf die Bühne kommt, kippt die Stimmung endgültig Richtung Ausnahmezustand. Kaum setzt der Song ein, gehen überall die Arme nach oben. Das Publikum singt sofort mit. Und plötzlich merkt man wieder, wie viele große musikalische Momente eigentlich aus Dresden kommen.

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Für einen der emotionalsten Momente sorgt dagegen Opernsängerin Valerie Eickhoff. Mit einem Stück aus „Carmen“ verwandelt sie den Zwinger kurzfristig in ein Opernhaus. Ihre Stimme passt verblüffend gut in diese barocke Kulisse und gibt selbst Songs wie „Hypnotized“ plötzlich eine völlig neue, fast dramatische Wucht.

Zwei Stunden Sommer, Disco und Ausnahmezustand

Musikalisch liefert Purple Disco Machine genau das, was seine Fans lieben: Disco, Funk, House, Groove und Hit auf Hit. Und genau deshalb funktioniert dieser Abend so gut. Niemand steht hier nur cool herum. Niemand tut so, als wäre Tanzen uncool. Der komplette Zwinger bewegt sich. Als nach knapp zwei Stunden die letzten Beats verklingen, endet ein Konzertabend, der weit mehr war als nur ein Open Air.

Purple Disco Machine gelingt es tatsächlich, den Dresdner Zwinger wieder zu einem Ort zu machen, an dem Menschen gemeinsam feiern, tanzen und staunen. Fast wie früher, nur eben mit deutlich mehr Laser, Disco-Kugeln und House-Beats.

Kurz darauf verschwinden 9000 glückliche Menschen in die warme Dresdner Frühsommernacht. Und vermutlich summt halb Dresden auf dem Heimweg immer noch irgendwo „Hypnotized“.

Galerie (by Kristin Hofmann bs! 2026)

Purple Disco Machine (22.05.2026, Dresden) 

Purple Disco Machine (Foto: Kristin Hofmann bs! 2026)

Setlist:

  1. Fireworks (feat. Moss Kena)
  2. Devil In Me (feat. Moss Kena)
  3. In The Dark + Last Night A DJ Saved My Life
  4. Bille Jean
  5. Contact
  6. Call On Me
  7. Honey Boy
  8. Allein Allein (feat. Felix Räuber)
  9. Bad Company
  10. Axel F
  11. All My Life (feat. Moss Kena)
  12. Carmen (feat. Valerie Eickhoff)
  13. Wake Up/Sommer Lovin
  14. Beat Of Your Heart
  15. Beat Fantasy
  16. Fire & Ice
  17. Die Maschine (feat. Friedrich Liechtenstein)
  18. Something On My Mind
  19. Bodyfunk
  20. Intergalactic + Wonderful Life
  21. Substitution (feat. Moss Kena)
  22. Like A Prayer
  23. Hypnotized (feat. Valerie Eickhoff)
  24. Next To You

Links:
https://www.purplediscomachine.com

Veranstalter:
https://www.aust-konzerte.com

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