„Don´t Know What You Got (Til It´s Gone)…“

Impressionen vom deichbrand Festival 2018 (Foto: Thea Drexhage bs! 2018)

Die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen

Jeder Musikliebhaber der gerne auf Konzerte und Festivals geht, traf diese Entscheidung sehr hart: Die Bundesregierung beschloss am 15.04.2020, dass Großveranstaltungen bis mindestens 31.08.2020 untersagt sind.

Natürlich trifft diese Entscheidung nicht nur die Fans hart, sondern auch die Veranstalter, Clubbesitzer, Festivalausrichter, Organisatoren, Crew-Leute, Bühnentechniker und alle anderen Betroffenen, die in diesem Bereich tätig sind. Aber man muss festhalten: Die Entscheidung ist absolut verständlich und nachvollziehbar, aufgrund der aktuellen Situation.

Für mich persönlich haben Konzerte (egal in kleinen Clubs, größeren Arenen, Fußballstadien oder auf Festivals) in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung und Wichtigkeit für mich eingenommen, denn so habe ich zum einen die Möglichkeit meine favorisierten Interpreten „persönlich“ vor mir auf der Bühne stehen zu sehen (je nach Größe und Popularität vielleicht sogar die Chance die Band am Merchstand anzutreffen und zu plaudern, CD´s signieren etc.), deren musikalisches bzw. instrumentales Können live zu erleben und auch dieses Gefühl mit anderen zu teilen, wenn Songs performt werden, die einen immens wichtig sind, einem aus der Seele sprechen, die dich in Gefühlslagen versetzen die man nicht in Worte fassen kann und dies dabei mit Fremden und/oder Freunden Arm in Arm singend zelebriert. Und mit der Gewissheit, dass vorerst solche Erlebnisse nicht möglich sein werden, erzeugt eine sehr traurige Stimmung in mir.

Impressionen vom Deichbrand Festival 2018 (Foto: thea Drexhage bs! 2018)

Aber das Glas ist nicht halbleer, sondern halbvoll! Es heißt nicht, dass NIE wieder Konzerte, Festivals etc. stattfinden werden, sondern einfach später. Auch ich blicke auf einen kleinen Stapel von Tickets, bei denen ich nicht weiß, wann ich die jeweilige Band bzw. das jeweilige Festival besuchen werde (Ob die Tickets weiterhin ihre Gültigkeit behalten wird individuell geprüft, geklärt und entschieden) steht noch in den Sternen, aber für ist ganz klar Fakt: Wenn alle Konzerte/Festivals irgendwann stattfinden werden und dabei ihre Gültigkeit behalten, werde ich alles daran setzen, dass ich auch dorthin kann. Es wird KEIN Ticket zurückgegeben? Wenn ich den Auftritt sehen kann, warum sollte ich mein Ticket dann zurückgeben? Und noch viel mehr: Auf ALLE Künstler freue ich ich so sehr sie live zu sehen und wer weiß ob man nochmal die Chance dazu hat sie überhaupt live sehen zu können?

Daher möchte ich euch erzählen, welche Konzerte und Festival in den kommenden Monaten für mich auf dem Plan standen, warum ich genau diese Band bzw. dieses Festival besuchen wollte/werde und warum auch ihr diese Bands bzw. diese Festival man anchecken solltet:

Mein letztes Konzert:

Audrey Horne, Formosa, Magick Touch

(12.03.2020 Nürnberg, Z-Bau)

Vorerst möchte ich aber nochmal in Erinnerung schwelgen mit dem Konzert, dass ich zuletzt besucht habe, genau an dem letztmöglichen Tag, bevor der Lockdown immer gravierender wurde: Mein Hauptgrund für dieses Konzert war natürlich Audrey Horne, die ich endlich mal in der Headliner-Position spielen sah. Und genau in diese Position gehören sie auch, denn wer diese Band noch nicht kennt, der hat wirklich etwas verpasst! Mir fällt keine andere Band ein, die auch nur annähernd im modernen (Hard) Rock angesiedelt ist, dabei aber Classic Rock Elemente, Alternative, Modern Grunge und Hookmelodien miteinander kombiniert. Gibt euch nur die Hits am laufenden Band wie „This Is War“, „Blaze Of Ashes“, „Redemption Blues“, „Out Of The City“, „Sail Away“, „Audrevolution“ oder das unwiderstehliche „Waiting For The Night“. Ihr seid nun angefixt? Gut! Dann holt euch deren Platten, ihr werdet nicht enttäuscht! Wenn ihr dann diese fünf Norweger dann auf der Bühne sieht kriegt ihr ein wahrlich besonderes Erlebnis, denn Sänger Torkjell „Toschie“ Rød und die beiden Gitarristen Arve Isdal und Thomas Tofthagen kommen gern von der Bühne herunter um einige Songs inmitten der Fans zu spielen. „Ohne unsere Fans, wären wir nichts. Wir beziehen sie gerne mit in den Shows ein. Wir möchten das sie ein Teil davon sind“, meinte Toschie zu mir im Jahr 2019, als ich ihn bei einem Konzert am Merchstand für diese Aktion lobte. Das auch meine CDs signiert und ein gemeinsames Foto mit der Band geknipst wurde, war für die Jungs selbstverständlich. Sehr sympathische und coole Socken!

Hierbei möchte ich aber noch betonen, dass die beiden Vorgruppen Magick Touch (70/80er Hard Rock ebenfalls aus Norwegen) und Formosa (sleaziger Hard Rock mit Geddy Lee/Vince Neil-Gedächtnisstimme aus Essen) auch mordsmäßigen Spaß gemachten haben und wenn sie mir wieder auf einer Bühne vor meinen Füßen spielen, bin ich dabei!

Audrey Horne (Foto: Michael Lange bs! 2019)

The Night Flight Orchestra, One Desire

(27.03.2020 Nürnberg, Hirsch – Ticket vorhanden)

The Night Flight Orchestra sind ein Phänomen: Welche andere Band schafft es einen 70iger und 80iger Jahre-Flair mit Hard Rock, Classic Rock, AOR und ABBA-Melodien zu vermengen und dabei auf ein Flugthematik bezogenes Konzept zu entwerfen, dass die Sache aber nicht veralbert, sondern ernst nimmt? Richtig, niemand! Und das hinter dieser Band Björn „Speed“ Strid (Gesang) und David Andersson (Gitarrre) von den Melodic Death Metal-Königen Soilwork und Arch Enemy-Bassist Sharlee D´Angelo steht, könnte man für einen Witz halten. Aber mit bereits fünf Alben beweisen sie uns das Gegenteil und schmeißen hier mit Melodien und Hits um sich, bei denen man sich fragen muss, warum sie die Single-Charts damit nicht von hinten aufrollen: „Something Mysterious“, „Divinyls“, „Transmission“, „Stiletto“, „Paralyzed“, „Turn To Miami“, „California Morning“ sind nur die Spitze des Höhenmessers. In einer gerechten Welt würde sie Arenen füllen und alle zum Tanzen animieren…

Über One Desire kann ich persönlich leider nicht viel sagen, da mit nur der Bandname ein Begriff ist, aber ich noch keinen Song der Finnen gehört habe.

Rose Tattoo, Thundermother

(29.03.2020 Nürnberg, Löwensaal – Ticket vorhanden)

Machen wir uns nichts vor: Sie sind nach AC/DC die zweitgrößte Rockband Australiens (Was den musikalischen Einfluss angeht. Aus finanztechnischer Sicht, haben Airbourne auch noch ein Wörtchen mitzureden) und sind auch nicht mehr die Jüngsten. Sänger Gary „Angry“ Anderson ist immerhin schon Anfang 70 und seine Bandmitglieder sind auch nicht viel jünger. Bevor es gar nicht mehr möglich ist, lieber einmal behaupten zu können, die Band einmal live gesehen zu haben. Denn sie erspielten sich nicht nur einen Ruf auf der Bühne, sondern auch Abseits der Bühne. Meistens wegen Schlägereien oder ungebührliches Verhalten unter Alkoholeinfluss, dass auch bei dem ein oder anderen Mitglied zu einem kurzem Gefängnisaufenthalt führte. Nicht von ungefähr entstanden daher Klassiker wie „Nice Boys“, „Rock´n´Roll Outlaw“ oder „All The Lessons“. Doch diese Zeiten sind vorbei und man richtet seinen Blick auf die Musik. Wobei man nicht unerwähnt lassen solte, dass sich „Angry“ auch politisch engagiert. Und habt ihr gewusst, dass er in dem Film „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ an der Seite von Mel Gibson und Tina Turner die Rolle als „Ironbar“ inne hatte?

Rose Tattoo ist in diesem Package nicht einmal der einzige Grund, warum dieses Konzert interessant ist, denn als Special Guest fungieren Thundermother, eine wirklich arschtretende Girl-Rockband die bereits drei Alben vorweisen kann. Aber nun kommt die Krux: Zu Beginn waren die Damen noch zu fünft und haben zwei klasse Scheiben eingespielt die mit elektrisierenden Biker-Charme und griffigen Hard Rock-Songs glänzten. Ich wurde zum Fan der Band, doch dann folgte der Split und Bandchefin Fillipa Nässil tauschte einmal komplett aus auf Quartett-Größe. Thundermother klangen auf Platte zwar noch gut, aber nicht mehr so überragend wie zuvor. Über ihre aktuellen Live-Qualitäten werde ich mich somit später überzeugen lassen müssen. Ich bin aber schon gespannt!

Rose Tattoo (Foto: Michael Lange bs! 2020)

Heathen

(25.05.2020 Nürnberg, Hirsch)

Als ich erfuhr, dass Heathen nach Nürnberg kommen würden, war der Lockdown bereits in Kraft. Da zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts feststand, wie es mit Konzerten weitergehen würde, wartete ich vorerst mit einem Kauf ab. Aber früh wurde seitens der Band verkündet, dass die komplette Tour abgesagt und auf einen anderen Termin verschieben werden würde. Sehr schade, denn das wäre das erste Mal gewesen, dass ich die BayArea-Trasher live gesehen hätte. Aber das wird sich noch ändern, denn die neue Platte ist so gut wie fertiggestellt (nach zehn (!) Jahren Abstinenz) und wer einen genialen Thrash-Klassiker wie „Victims Of Deception“ in seiner Vita hat, der hat es nicht verdient nur in „zweiter Reihe“ zu spielen. Ich bin mir sicher, auch wenn ich das neue Material noch nicht gehört habe, aber diese Band MUSS und WIRD mit den neuen Songs auf die Bretter dieser Welt steigen. Kultband!

Im Vorprogramm standen War Curse und Threat SF zur Debatte, aber noch nicht genau ob beide oder nur einer von beiden, daher habe ich für dieses Konzert keine Vorband genannt. Beide Bands sind mir wie One Desire, nur vom Name her ein Begriff.

Rock Hard Festival

(29.05. – 31.05. 2020 Gelsenkirchen Amphitheater)

Sacred Reich (Foto: Toni Gunner)

Da ich im schönen Mittelfranken beheimatet bin, bevorzuge ich eher Veranstaltungen in meiner „Gegend“ (nach Wacken muss ich nicht wirklich…). Daher mag das Rock Hard Festival nun ein wenig überraschend wirken, dass ich extra dahin gefahren wäre. Betonung liegt auf „wäre“, weil ich mir noch kein Ticket geholt habe aus zwei Gründen: 1. Das Festival an allen drei Tagen zu besuchen wäre aus beruflichen Gründen leider nicht möglich gewesen und das führt mich zu 2. Das Line Up ist so verdammt stark, dass aber ein Tagesticket für Sonntag möglich gewesen wäre und wenn der Großteil der Bands, die ich definitiv hätte sehen wollen, groß genug wäre, hätte ich mir ein Tagesticket geholt und zum ersten mal das RHF besucht. Es hat bis zuletzt noch eine Band gefehlt, aber lest nur mal die Auswahl: Accept, Blue Öyster Cult, Phil Campbell And The Bastard Sons (Play Motörhead), Sacred Reich, Grave Digger, Insomnium, Alcest, The Night Flight Orchestra, Atlantean Kodex, Michael Monroe, Heathen, Axxis, Razor, Nifelheim, Villagers Of Ioannina City, Suicidal Angels, Sulphur Aeon, Sorcerer, Harlott, Indian Nightmare und Neck Cemetary.

Ich bin ehrlich: Wäre auf der Running Order für den Sonntag Atlantean Kodex platziert worden, ich wahrscheinlich nur allein wegen den Vilsecker dorthin. Warum? Weil Atlantean Kodex die momentan beste deutsche Metal-Band ist. Punkt! Welche deutsche Band hat es in den letzten 20 Jahren zwei perfekte (!) Alben zu komponieren und sich dabei einen Status aufgebaut, der einfach nur verdammt großen Respekt verdient? Eben, niemand. Und dann auch noch mit einer Schnittmenge aus Epic-, Doom- und Heavy Metal. Hört euch Niederknieer wie „Sol Invictus“, „People Of The Moon“, „Lion Of Chaldea“ oder „Twelve Stars And An Azure Gown“ an ihr wisst was ich meine. Das ist klassischer, undergroundiger und authentischer Metal. „Wimps And Posers Leave The Hall!“

P.S.: Je mehr von den Bands, die fettgedruckt sind in der Aufzählung, am Sonntag gespielt hätten, desto schöner wäre dieser Tag verpackt gewesen. 

Rammstein, Duo Jatekok

(03.06.2020. Stuttgart Mercedes Benz Arena – Ticket vorhanden)

Muss ich groß was dazu erzählen, warum man zu einem Rammstein-Konzert möchte? Dachte ich mir… Die Band liebt man oder hasst man. Ohne Rammstein und ihren Song „Engel“, den ich damals im Radio auf Kassette aufnahm (!) ist einer von drei Songs, die daran „Schuld“ sind, dass ich heute die schönste Musik der Welt höre: Das Hard´n´Heavy-Genre. Dieser Termin ist eine Zusatzshow in Stuttgart und da verändert sich die Setlist ein wenig zu der eigentlichen Hauptshow. Da ich im Juli 2019 in Frankfurt die Chance hatte, einem Konzert dieser Tour beizuwohnen, hat eine Zusatzshow somit nochmal einen gewissen anderen Reiz. Jeder von euch hat mitbekommen, wie schwierig es ist an Rammstein-Tickets zu kommen, also machte ich mir keine Hoffnungen. Aber: nach fast zwei Stunden des Wartens, plus einer Erlaubnis eines späteren Arbeitsbeginns meiner damaligen Chefin (sie hatte Verständnis für meine Situation), konnte ich tatsächlich zwei Tickets für diesen Gig abgreifen. Unglaublich, aber wahr! By The Way: meine Begleitung ist meine Mutter, die auch großer Rammstein-Fan ist, die die Band auch nie noch live sah und von mir es als Weihnachtsgeschenk erhalten hat. Nun muss sie, genauso wie ich, noch ein wenig länger warten…

Rock Im Park

(05.06. – 07.06.2020 Nürnberg, Zeppelinfeld – Ticket vorhanden)

Das Rock Im Park hat sich in den letzten Jahren zu einem Stammfestival von mir entwickelt und es wäre Besuch Nummer vier gewesen (zum dritten Mal dann alle drei Tage). Ich muss dazu sagen, dass zwar das Festival in meinen Augen Überteuert ist (sowohl Ticket, als auch die Preise vor Ort) und das Line Up oft ins kommerzielle und/oder falsche Genre zu oft abdriftet, aber dennoch finden sich immer wieder Bands ein, die ich so mal sehen kann, für die ich keine Tickets für Solokonzerte lösen würde oder für die paar wenigen Bands ich definitiv mal sehen möchte und hier auch die Beste Chance dazu hätte. Das Jubliäums-Line Up ist zwar nicht perfekt (gerade für ein Jubiläum hätte man sich andere Headliner gönnen können), aber stark genug um es als „vertretbar“ anzusehen. Die Highlights sind ganz klar: Volbeat, Disturbed, Powerwolf, Royal Republic, System Of A Down, Billy Talent, Korn, Airbourne, Heaven Shall Burn, Broilers, The Offspring und Gojira gewesen. Aber gerne hätte man sich Interpreten wie Alter Bridge, 3 Doors Down, Skillet, Refused, Green Day, Deftones, Weezer, Baroness, August Burns Red, Devin Townsend oder Alan Walker (ja, warum nicht? Ich bin auch offen für andere Genres) angeguckt. Hoffen wir mal das vieles davon auch im nächsten Jahr dabei sein wird.

Royal_Republic (Foto: Thea Drexhage bs! 2019)

Foreigner, The Dead Daises

(13.06.2020 Stuttgart, SparDa Freilichtbühne)

Einmal „Urgent“, „Juke Box Hero“ und Co. von Foreigner selbst zu hören, ist ein kleiner Traum von mir. Seit ich circa sechs Jahre alt war, feier ich diese Tracks und natürlich haben Foreigner noch sie viel mehr Hits am Start. Natürlich wäre es noch schöner, wenn sie von Sänger Lou Gramm gesungen werden würden, aber er ist schon lange nicht mehr dabei. Aber Kelly Hansen macht natürlich einen genauso guten Job (nur mit anderer Klangfarbe) und von daher ist es das Mindeste, dass man sich in dieser Konstellation diese AOR-Göttergaben auch einmal live anhört. Wenn es aus beruflicher Seite aus auch geklappt hätte, dann auf alle Fälle!

Das als Vorband die „Allstar-Gruppe“ The Dead Daises (nach einigen Mitgiederwechseln nun mit u.a. Glenn Hughes und Doug Aldrich) gewonnen werden konnte, ist eine feine Sache, denn wer sagt denn nicht nein zu Rock´n´Roll-Songs mit Hook-Charakter? Ich sage nur „Mexico“ und „Empty Heart“…

Faith No More

(22.06.2020 Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle – Ticket vorhanden)

Ich weis nicht genau warum, aber ich finde Faith No More einfach nur klasse. Ihr Crossover ist weitaus mehr als nur die Coverversion des Commodores-Klassikers „Easy“. Ein Fan dieser Band wurde ich 2003, als ich damals auf VIVA das Video zu „Epic“ sah und mich begeisterte (Kult-Video!). Kurz darauf kaufte ich mir „The Real Thing“ und es ist bis heute eines meiner Lieblingsalben. „Falling To Pieces“, „From Out Of Nowhere“ oder auch „Edge Of The World“ sind allesamt zeitlose Klassiker. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere sollten Faith No More noch weitere Gassenhauer schreiben (neben dem kommerziellen Durchbruch von „Easy“ auch „Midlife Crisis“, „Last Cup Of Sorrow“…) und da man nach Jahren wieder auf Tour in der Region war, MUSSTE ich mir ein Ticket kaufen. Aber, wer will einen durchgeknallten Vogel wie Sänger Mike Patton nicht live sehen wollen…?

Obituary, Gatecreeper

(25.06.2020 Nürnberg, Z-Bau)

Über Obituary muss man nicht viel sagen, denn die Jungs sind eine Death Metal-Legende. Auf Platte stark, aber live noch stärker! Ich habe sie mehrfach schon gesehen und wenn sie wieder in der Gegend spielen, geht man hin! Aus dem selben Grund wie bei Heathen, wartete ich mit einem Ticketkauf und hatte „Glück“: Der Gig wurde ohne einen Ersatztermin ersatzlos gestrichen.

Selbst die Vorband Gatecreeper wären interessant gewesen, denn die amerikanischen Death Metaller konnten schon viel Lob einheimsen und wären bestimmt interessant gewesen. Aber dann sehe ich sie irgendwo ein ander Mal live.

Judas Priest, Saxon

(29.06.2020  München, Zenith – Ticket vorhanden)

Man MUSS beide Bands mal live gesehen haben! Zwei Bands die so viel Einfluss auf die Szene hatten, beide noch touren und dabei sogar verhältnismäßig in richtig guter Verfassung sein sollen, da schaut man bei einem Konzert vorbei solange das noch möglich ist. Und ja, auch für mich muss das endlich mal Zeit werden, dass ich „Metal-God“ Rob Halford mit dem Motorrad auf die Bühne reinrollen sehe. „Breaking The Law“ with the „Heavy Metal Thunder!“

Taubertal Festival

(06.08. – 09.08.2020 Rothenburg o.d. T., Eiswiese)

Flogging Molly (Foto: Thea Drexhage bs! 2019)

Das Taubertal Festival hat sich in seiner 25jährigen Geschichte von einem kleinen Indiependent-Festival zu einem vielfältigen und gehobeneren „Mainstream“-Festival entwickelt. Etwa 20000 Besucher besuchten in den letzten Jahren das beschauliche Taubertal und für mich ist das wie „Heimaturlaub“. Nicht nur weil ich mehr als eine Dekade in Rothenburg gewohnt habe, sondern auch weil ich seit neun Jahren dort arbeite (in welcher Funktion wird aber nicht verraten) und immer auf Familie, Freunde und Bekannte dort treffe. Auch wenn das Line Up mich mal mehr, mal weniger begeistert, hat dieses Festival aber immer etwas besonderes für mich, dieses spezielle Flair, dass ich in der Form auf keinem anderen Festival finde. Und das möchte ich auch nicht wo anders finden. Denn rückblickend, betrachte ich u.a. eine einmalige 16 Stunden-Schicht die wirklich cool war, Liebeskummer mit einer für mich wichtigen Flamme, ebenso aber auch die interessanteste Mädel-Ansprech-Aktion mit unerwartetem Verlauf, stundenlanges tanzen bis morgens um 6 uhr im Steinbruch, einen Casper, der nervös im Backstage-Bereich nicht unweit von mir vor seinem Gig hin und her läuft und noch so vieles mehr. Dieses Festival ist für mich einzigartig!

Und mein zehnjähriges Jubiläum hätte ich dann mit Bands „gefeiert“ wie Clutch, Flogging Molly, SDP, Nathan Gray und Fettes Brot. Mal sehen ob ich mit das im nächsten Jahr nachholen kann.

Summer Breeze Open Air

(12.08. – 15.08.2020 Dinkelsbühl, Aeroclub Flugplatz)

Das Wacken des Südens und dieser Titel ist nicht mal verkehrt. Über 40000 Besucher in den letzten Jahren hat sich das Summer Breeze Open Air als feste Größte etabliert. Für mich seit Jahren der Abschluss meines Festivalsommers und das seit schon mehr als zehn Jahren (acht mal davon an allen vier Tagen). Dieses Festival ist auf die verschiedene Weise immer mit mein Jahreshightlight. Zum einen nach der musikalisch „soften“ Vorwoche auf dem Taubertal Festival, folgt nun das richtige Brett. Des Weiteren sind es immer mindestens rund 50 Bands die ich sehen will (ich glaube mein Highscore liegt bei ca gesehenen 43 Bands – ja ich bin verrückt…) und dann gibts es hier immer die Möglichkeit auf Autogrammstunden mit ausgesuchten Künstlern. Ich als Fanboy freue mich immer Musiker zu treffen, vor denen ich einen enormen Respekt habe. Wenn es sich einrichten lässt, quatsche ich mit ihnen ein wenig, sage ihnen wie dankbar dieses oder jenes Album bzw Song wichtig ist, knipse mit ihnen (wenn erlaubt) ein Bild und lasse mir als Zeichen, dass ich sie unterstütze und wertschätze, meine Booklets von den CDs signieren. Das sind meine Schätze, die ich NOCH wertvoller für mich machen lasse. Nie im Leben werden die verkauft! Ich habe durch diese Autogrammstunden einige Künstler kennengelernt wie Kai Hansen, Phil Anselmo, Zoli Teglas, Ihsahn, Stephan Weidner, die Jungs von Heaven Shall Burn, Mark „Barney“ Greenway, usw. Obwohl jedes Aufeinandertreffen mit einem Künstler besonders war, kommen mir zwei Begegnugen ganz besonders in den Sinn: Das eine ist das Treffen auf Elin Larsson von den Blues Pills. Sie brachten in dem Jahr „Lady In Gold“ raus und wurde Platz 1 in Deutschland. Ich war der erste in der Schlange und wollte mir so viel Zeit wie möglich mit Elin rausholen um mit ihr zu quatschen. Da die Nachzügler sich mit den Jungs aufhielt, hatte ich genug Zeit Elin meinen Respekt zu bekunden für ihr stimmliches Talent. Ich habe für diese Frau eine kleine Schwäche und umso erfreuter, dass sie sich an einen Artikel erinnern konnte, den ich über einen Gig geschrieben hatte. Bei diesen Gig verletzte sie sich hinter Bühne und es musste der Notarzt gerufen werden. Ihr ging es inzwischen wieder gut und freute sich meiner Nachfrage.

Heaven Shall Burn (Foto: Lena Behlmer bs! 2017)

Das andere Treffen rührte mich zu Tränen: Danko Jones ist eine echt coole Sau, und knipste ein Foto von mir in meinem Sacred Reich-Shirt. Ich plauderte mit ihm über Sacred Reich, aber ich so gerührt, dass er mich einige Tage später auf seinem Instagram-Account mit einem Post verewigte in der mit diesem Bild Sacred Reich-Sänger Phil Rind damit zum Geburtstag gratulierte. Ich bin ein Niemand, nur ein Fanboy, ich bin kein Star. Aber diese Geste von ihm, so „unscheinbar“ sie auch ist, rührt mich heute noch sehr.

Ich hätte mich auch diesen Sommer auf viele Autogrammstunden gefreut, aber dann wird das eben nächstes Jahr absolviert. Und wenn mich das diesjährige nicht absolut überzeugt, da ich von bestätigten Bands viele gesehen habe, gibt es dennoch einige auf die ich mich sehr freue: Idle Hands (mein Newcomer 2019 – die haben das Potenzial noch viel größer zu werden!), Necrophobic (Ihr letztes Album „Mark Of The Necrogram“ ist ein absoluter Killer und muss live performt zelebriert werden!), The Night Flight Orchestra (Ihr wisst warum), Opeth (bisher immer verpasst – das MUSS sich ändern!), Sacred Reich (Kult-Thrasher mit denen ich soviel verbinde) und Thundermother (Den Grund kennt ihr bereits). Aber natürlich auch auf die anderen weiteren rund 50 Bands die ich in meiner Watchlist markiert habe.

Fight The Good Fight!

Ihr seht, es steht einiges auf meiner Agenda und natürlich hoffe ich, dass so viel wie möglich davon nachgeholt und fortgesetzt wird. Ich habe in den letzten Tagen ein wenig Trübsal geblasen aufgrund der Situation. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir dieses Jahr keinen „normalen“ Sommer haben werden, doch ich muss gestehen, nachdem ich diese Zeilen hier getippt habe, bin ich so motiviert auf diese Konzerte und Festivals, dass der Genuss dessen wahrscheinlich noch einen ticken intensiver sein werden als üblich. Mich hat diese neugewonnene Vorfreude aus dem „Tief“ rausgeholt und ich hoffe, dass es euch beim Lesen in etwa genauso ging. Das ihr an eure Konzertwünsche festhaltet, neue Motivation dafür entfacht habt und als Überbrückung für diese Zeit eure Lieblingsplatten auflegt. Musik hat und wird euch immer durch düstere Zeiten helfen. Welcher Künstler euch dabei begleitet, entscheidet IHR! Rock on!

Vorheriger ArtikelReview: Diorama per Livestream – f*ck you Corona (18.04.2020, Reutlingen)
Nächster ArtikelKatatonia: City Burials (2020)
Michael Gerlinger
Bei Mike handelt es sich im Einzelnen um allerhand mittelfränkische Verhandlungsmasse, ein wahrer Gentleman, ein wahrer Poet Den Löwenanteil seiner irdischen Sternzeit fristet Metalmike, wie wir ihn nennen, auf 49°17`60" N, 10°33`34" O in der Multi Media Abteilung eines Glücksgefühl-Sortimentas. In den 90ern war Gentlemicha der erste, der sich “Musik ist (mein) Leben!” auf die Pommesgabel hat tätowieren lassen, deswegen reichte das Taschengeld auch nicht für ‘ne Baumpatenschaft. Weil Metalmike jeden Tag einen Clown frühstückt, sperren wir ihn in der Regel statt Jack in die Box und füttern ihn für den Rest des Tages hauptsächlich mit Rock- und Metalscheiben, von Weichspülern bis hin zum richtig steilen Zeug à la Mgla, Lifelover und Co.