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Review: Mut zur Lücke ?! Uelzen Open R (27. + 29.06.2025, Uelzen)

Das Publikum dieses Wochenend-Festivals hat mit Sicherheit gedacht: was soll das denn hier? Nie gehört! Das wollen wir nicht. Uelzen ist ja tatsächlich eher ländlich geprägt und da gilt „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ , auf Platt: „Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich.“ Diese Redewendung bedeutet, dass jemand Neuem oder Unbekanntem gegenüber oft zurückhaltend ist und lieber bei dem bleibt, was er kennt. Na toll, der Veranstalter arbeitet ein Jahr auf dieses Event hin (vielleicht sogar noch länger) , freut sich auf sein 15-jähriges Jubiläum, auf tolle Fans, ausgelassene Stimmung und allem was so dazugehört und dann so was: „Da tuste und machste, was kriegste? Nüschte.“ Man kann den Festival-Freitag so oder so sehen, ist das hier …

Mut zur Lücke?!

Fiddlers Green (Foto: Tim Breitmeyer bs! 2025)

Am Anfang des Line Ups stehen Fiddlers Green. Das ist ein Ort in Schottland und in England, beschreibt das Paradies der Seefahrer in Irland, ist aber auch eine Irisch-Folk-Rock-Band aus Erlangen, die es schon seit 1990 gibt. Gestandene Profis halt. Gerne hätten Frontmann Ralf „Albi“ Albers und seine Jungs, das eine oder andere Tänzchen mit dem Publikum gewagt. Aber da sind nicht so viele, die Tribünen sind und bleiben blau und nicht bunt. Sehr schade, denn die Speedfolk-Punker geben Gas und machen gute Laune.

The Darkness (Foto: Tim Breitmeyer bs! 2025)

Zack und schon wird´s dunkel. Nicht das die Sonne untergeht, nein, The Darkness aus Lowestoft, Grafschaft Suffolk in England sind dran und die machen richtig Spaß. Die Band kennt man jetzt auch nicht unbedingt, aber wer sich drauf einlässt, erlebt feinsten Glam Hard Rock. Sänger Justin Hawkins ist ne Type, macht in seinem knalligen Anzug Handstand und führt mit seinen Beinen Klatschbewegungen aus. Muss man gesehen haben. Allein der Kerl ist das Eintrittsgeld wert. Und natürlich die Songs. „“I believe in a Thing called Love“ ist ein klares Statement und „Love Is only a Feeling“ lässt auch keinen kalt.

Darüber, das Wolfmother aus Australien an diesem Tag nicht am Start sind, haben sich im Publikum bestimmt viele aufgeregt, da kannst du als Veranstalter aber auch nichts dafür, wenn die Band den Flieger nicht kriegt. Ganz so weit haben es Wanda da nicht. Sie kommen aus dem schönen Wien und spielen eine Mischung aus Rock und Austro-Pop. Hier kann mensch sogar mitsingen, wenn man die Texte versteht. Kein Problem für die Fans. Sänger Michael Fitzthum konmmt schon rauchend auf die Bühne und die Fluppe ist auch ständiger Begleiter zu ihren zahlreichen Hits wie „Bologna“, „Bussi Baby“ und „1, 2, 3, 4“. Jetzt ist richtig gute Stimmung unter den Fans.

Wanda (Foto: Tim Breitmeyer bs! 2025)

Nun gut, zum Abschluss also KALEO. Und da stellt sich die Frage: who the fuck is KALEO? Viele Fans hatten da Fragezeichen in den Augen. Kennen wir nicht, wollen wir nicht, bleiben wir lieber zu Hause. Großer Fehler. Mit KALEO hat der Veranstalter richtig viel Mut bewiesen. Dumm gelaufen, für die Fans, die heute nicht da sind. Da verpassen sie was. KALEO kommen tatsächlich aus Island und spielen eine Mischung aus Alternative Rock, Indie-Rock und Blues-Rock. Und dann diese Stimme. Sänger Jökull Júlísson hat eine dermaßen markant knarzige Röhre, die erkennt man unter Tausenden. „Way down we go“ bekannt aus dem Radio, „All the pretty girls“ auch, aber „No good“? Einfach nur gut. KALEO sind mega. Hier hat der Veranstalter, um es nochmal ausdrücklich zu sagen, überhaupt gar nichts falsch gemacht. Geile Band.

Kaleo (Foto: Tim Breitmeyer bs! 2025)

Wenn der Freitag auch publikumstechnisch dünne war, der Sonntag ist diesbezüglich richtig fett. Lücken gibt es an diesem Tag keine und Schn(u)elzen in Uelzen auch nicht. Schlager ist nicht mehr. Dafür gibt es Schlangen an den Ständen Die Tribünen sind voll, der Innenraum ist voll und die Fans sind auch voll, voll des Lobes ob des großartigen LineUps. Was der Bauer kennt, das will er. Fools Garden haben den „Lemon Tree“ dabei und dann geht´s Schlag auf Schlag. Mit den Hooters machst du Nullkommanull falsch. Hit auf Hit sorgen für Stimmung. „I’m Alive“, „Johnny B“, „All You Zombies“ und „Karla With a K“ sind Hits für die Ewigkeit. Wer so was aneinander reihen kann , hat Musikgeschichte geschrieben. Und Humor haben sie auch. Sehr gelungen ihr Cover von Major Tom (Völlig losgelöst).

Fools Garden (Foto: Tim Breitmeyer bs! 2025)
Fury In The Slaughterhouse (Foto: Tim Breitmeyer bs! 2025)

Die kürzeste Anreise haben die Furys aus Hannover. Fury In The Slaughterhouse gehören zur Creme de la Creme im deutschen Rockbereich. Zwar nicht deutsch gesungen, aber musikalisch qualitativ aller höchstes Niveau. Diesen Anspruch haben sie an sich selbst und darunter machen sie es auch nicht. Kai Wingenfelder dreht auch mal eine große Runde durchs Publikum und erzählt auf der Bühne ausführlich was sie bewegt, was wichtig ist und für was sie sich einsetzen. Im Juli 2023 veröffentlichten die Furys das Album „Hope“ und gründeten die Organisation „Hoffnung verändert alles“, eine Organisation, die wiederum Hilfsorganisationen verschiedenster Art unterstützt (Sea Sheherd, ubomi, Dunkelziffer, Ärzte ohne Grenzen). Mega. Genau wie ihre Hits „Time To Wonder“, „Radio Orchid“ und „Won’t Forget These Days“.

Was ist eigentlich neu an Bryan Adams? Eigentlich nur die Tatsache, dass er sich von den Pressefotografen nicht ablichten lassen will. Das wird vehement abgelehnt und steht unter „Todesstrafe“. Ansonsten ist der Kanadier eigentlich ein ganz sympathischer Typ. Einziges Konzert in Norddeutschland, da kann sich das Open R in Uelzen wirklich was drauf einbilden. Auch er hat ein Füllhorn an Hits. Von rockig („Run to You“, „Kids Wanna Rock“, „Summer of ’69“) bis tanzbar und alt „(„You Belong to Me / Blue Suede Shoes“ ,Twist and Shout“) bis hin zu den Balladen („(Everything I Do) I Do It for You“, „All for Love“) Alles dabei. Alles gut. Alles Adams.

Galerien (by Tim Breitmeyer bs! 2025):

Besonderer Dank gilt heute Tim Breitmeyer! Er hat uns mit seiner tollen Kunst ausgeholfen! Checkt seine Seite: https://www.artworkbytimbreitmeyer.com/

Setlist Hooters:

  1. Intro
  2. I am Alive
  3. Silver Lining
  4. Day by Day
  5. The Boys of Summer (Don Henley cover)
  6. 500 Miles (Hedy West cover)
  7. Johnny B
  8. All You Zombies
  9. Karla With a K
  10. Twenty-Five Hours a Day
  11. Drum Solo
  12. Satellite
  13. And We Danced
  14. Pissing in the Rhine
  15. Major Tom (Völlig losgelöst) (Peter Schilling cover)

Setlist Fury in the Slaughterhouse:

  1. Protection (Fischer‐Z cover)
  2. Milk and Honey
  3. Then She Said
  4. Hang the DJ
  5. Are You Real
  6. sorrowland
  7. When I’m Dead and Gone (McGuinness Flint cover)
  8. Letter to Myself
  9. Radio Orchid
  10. Every Generation Got Its Own Disease
  11. Trapped Today, Trapped Tomorrow (with Peter Freudenthaler)
  12. Everyday Heroes
  13. Kick It Out
  14. Won’t Forget These Days
  15. Time to Wonder

Setlist Bryan Adams:

  1. Kick Ass
  2. Run to You
  3. Somebody
  4. Roll With the Punches
  5. 18 til I Die
  6. Take Me Back
  7. Kids Wanna Rock
  8. Go Down Rockin‘
  9. It’s Only Love
  10. Shine a Light
  11. Heaven
  12. You Belong to Me / Blue Suede Shoes
  13. Twist and Shout (The Top Notes cover)
  14. When You’re Gone
  15. The Only Thing That Looks Good on Me Is You
  16. (Everything I Do) I Do It for You
  17. Back to You
  18. Summer of ’69
  19. All for Love (Bryan Adams, Rod Stewart & Sting song)

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