Karlssson, Karlsson, Achtung hier kommt Karlsson. Wer kennt ihn nicht diese Kinderbuch-Romanfigur der Schwedin Astrid Lindgren. Dieser Karlsson ist schon ein lustiger Vogel, lebt er doch allein in einem Haus auf dem Dach. Sein kleines Haus wird gewöhnlich durch einen Schornstein verdeckt. Er hat einen auf dem Rücken befestigten Propeller, mit dessen Hilfe er fliegen kann. Manchmal stottert dieser, und Karlsson muss in die Werkstatt. So weit so schön schwedisch schräg. Auch der Hauptact des Abends im ausverkauftem Lux in Hannover hat eine(n) Karlsson am Start. Diese ist auch etwas schräg, aber vor allen Dingen nicht vom oder auf dem Dach, sondern eher….
Karlsson am Bass

Klingt erst mal schräg, ist es aber nicht. Schräger ist dann doch eher Name der Vorband. King Zebra, eine Melodic Hardrock-Band aus der Schweiz. Frontmann Eric St. Michaels ist ein Rock-Urgestein wie er im Buche steht. Lange, volle Matte, markantes Gesicht, kerniger Typ. Er hat mit Benjamin Grimm, Jerry Napitupulu, Manu Judge und Roman Lauer Jungs um sich geschart, die ordentlichen, ehrlichen Rock machen. Der Titel „She Don´t Like My Rock´n´Roll“ ist schade für die Band, aber schön für die Fans im Lux, geht ihr Rock´n´Roll doch straight nach vorn. Der der Gesangspart ist eher zurückhaltend ausgesteuert, spielt für die Gesamtperformance aber keine große Rolle. „Firewalker“ aus 2019 brachten King Zebra ins große Schaufenster der Popularmusik mit über 2 Millionen Streams. Und dann kommt noch der Aha-Effekt des Abends und es wird einiges klarer. Achso. Natürlich, deswegen sind die hier. Bei den Aufnahmen zu Ihrem Album „Survivors“ arbeiteten King Zebra auch mit Ex-Thundermother-Sängerin Guernica Mancini an dem Song „Wall of Confusion“ zusammen. War ein Hit, genauso wie der gelungene Auftritt an diesem Abend.
Wenn man im kleinen, engen Lux in Hannover auftritt, sollte man wissen was eine(n) erwartet, vor allen Dingen wenn ausverkauft ist. Dann muss man sich einen Weg aus dem Keller, wo die Umkleide ist, nach oben durch die Menge zur Bühne hin erarbeiten. Kein Problem für die Ladies von The Gems. Da wird doch bereitwillig eine Gasse gebildet. Nach außen hin (also auf Covern, Fotos, Videos etc.) treten die Hardrock-Schwedinnen als Trio in Erscheinung. Die schon genannte Sängerin Guernica Mancini, Schlagzeug-Powerpaket Emlee Johansson und Gitarrienvirtuosin Mona Lindgren. Alle ehemalige Thundermother-Mitglieder. Aber da sind vier Ladies auf der Bühne. Ja, ja. Jetzt kommt (die) Karlsson ins Spiel. Mia Karlsson am Bass. Sie ist nur Live- und Session-Mitglied. Und was fällt noch auf? Die feine Dame Frau Karlsson möchte nicht so ein spaciges Outfit anziehen, wie ihre Kolleginnen. Also diese Menschen am Bass sind schon speziell.
I fly away through open doors
Higher than before, oh
I leave the ashes on the ground
Wingspan open wide, oh
Like a phoenix
Die Gems haben 2026 ein ganz frisches Album raus gebracht. „Year of The Snake“ heißt es und der Titelsong ist auch der Opener. Hierzu die Aussage der Band:„2025 ist das Jahr der Schlange und steht ganz im Zeichen von Verwandlung, Erneuerung und Weisheit. Es ist eine Zeit, die dazu ermutigt, nachdenklich an die Veränderungen im Leben heranzugehen und alte Gewohnheiten abzuwerfen – so wie eine Schlange ihre Haut abstreift. In diesem Song geht es um all diese Dinge, verpackt in einen sehr klassischen Heavy-Metal-Sound.“Logisch. Gleich Dampf in der Hütte. Dann kommt „Queens“ und Send me to the Wolves“. Gems (das sind keine Gemsen, wie Unwissende annehmen könnten) bedeutet übersetzt Edelsteine. Und die Schwedinnen glänzen wie Diamanten. Guernica Mancini kann richtig richtig gut singen, was vor allen Dingen im späteren Akustikteil zur Geltung kommt. Mona Lindgren begeistert durch ihr vituoses Gitarrenspiel, was vor allen Dingen die erste Reihe bewundern kann. Und Emlee Johansson ist praktisch der weibliche „Animal“ von den Muppets. Und ja , Frau Karlsson spielt ja auch noch mit. Das tut sie auch bei „Diamond In The Rough“, „Happy Water“ und dem Titelsong des Erstlingswerks „Like A Phoenix“. Tosender Applaus und dann geht´s zurück durch die Menge, die verdienten Schulterklopfer abholen. Für die Fans gehts zum Merch-Stand T-Shirts etc. kaufen. Aber nicht wundern, sind immer nur drei Ladies drauf.
Galerien (by Michael Lange bs! 2026):
Setlist King Zebra:
- Intro
- Wicked
- She Don´t Like My Rock´n´Roll
- Dina
- Cyanide
- Starlight
- All I Want Is You
- Wall Of Confusion
- Firewalker
- Children Of The Night
- Outro
Setlist The Gems:
- Year of he Snake
- Queens
- Send me to the Wolves
- Clout Chaser
- Go Along to Get Along
- Hot Bait
- Live And Let Go
- Forgive and Forget
- Gravity
- Stars
- Math Ain´t Mathing
- Buckle Up
- Ease Your Pain / Running / Fruits of My Labor (Acoustic)
- Kiss It Goodbye
- Firebird
- Diamond In The Rough
- Happy Water
- Like A Phoenix