
Im vergangenen Jahr begingen die Düsseldorfer Punkrocker um Campino ihr 30-jähriges Jubiläum. Mit fünfzehn Studioalben sowie weiteren vier Konzertalben beglückten sie bisher die noch immer wachsende Fangemeinde. Auf Konzerten wissen sie, wie man die Massen zum Beben bringt und die Location in einen wahren Hexenkessel verwandelt. Die großen Arenen füllen sie problemlos. Angekündigte Touren sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Glücklich diejenigen die eine der begehrten Karten ergattert haben. Aber auch der Kontakt zum Publikum ist ihnen wichtig. So überraschten sie in der Vergangenheit mit Wohnzimmerkonzerten, unangekündigten Zusatzkonzerten oder Auftritten an doch ungewöhnlichen Orten. Das Alter ist nicht unscheinbar an den Mitgliedern der Band vorübergezogen.
So manch Falte oder graues Haar sind inzwischen hinzugekommen, jedoch sind sich die Herren in ihrem musikalischen Wirken, ihren Texten und in ihrem Auftreten immer authentisch und sich treu geblieben. Noch immer dominieren soziale und politische Themen rund um Glauben, Psychologie, Fremdenfeindlichkeit, aber auch Freundschaft und Zivilcourage ihre Songs. Ebenfalls zeichnet sich die Band durch ihr Soziales Engagement und politisches Wirken aus. So unterstützen sie unter anderem Aktionen gegen den Ausländerhass, die „Kein Bock auf Nazis“-Kampagne, „Ärzte gegen Atomkrieg“ oder auch Greenpace. Unter dem Motte „Lieber nackt als im Pelz“ posierten unbekleidet auf Plakaten der Tierschutzorganisation PETA und erweckten damit Aufmerksamkeit.
Mit dem Titelsong des neuen Albums „Ballast der Republik“ entern die Düsseldorfer punkt 21.00 Uhr die Bühne und geben weiter Vollgas mit „Altes Fieber“. Die Menge vor der Bühne ist von Beginn an voll dabei. Es wird lautstark mitgesungen und gefeiert. Mit seinen 50 Jahren ist Campino immer noch topfit und liefert eine perfekte Show ab. Es kommt das Gefühl auf, dass die Bühne gar nicht groß genug für ihn sein könnte. Sein Bewegungsdrang ist immens. Campino ruft zum „Auswärtsspiel“ und thematisert den 3:0 Sieg der Hannoveraner gegen die Düsseldorfer. Es folgt „Du lebst nur einmal“- schau nicht zurück, die Zukunft zählt. Ein „Guten Tag“ bedeutet auch immer ein „Auf Wiedersehen“. Nachdenkliche Töne auch in „Alles wird vorübergehen“, ob gute oder schlechte Zeiten – nichts ist unendlich. Um den grauen Alltag oder wenn man den Finger nicht aus der Tür
Weitere Zugabenblöcke u.a. mit „All die ganzen Jahre“, „Alles aus Liebe“ und „Zehn kleine Jägermeister“ folgen. Letzterer nicht ohne einen neckischen Seitenhieb auf FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß. So untrennbar wie die katholische Kirche mit dem lieben Gott, ist Campino mit der Rockband Slade verbunden. Aus diesem Grund lässt er es sich auch nicht nehmen „Far far away“ zu
Das mit dem Verklingen der letzten Töne, dem Löschen des Lichtes der Abend noch lange nicht zu Ende sein muss, wurde ebenfalls bewiesen. Unsere Bahn ins Stadtzentrum ist gut gefüllt und noch immer haben die Massen die Musik im Blut. Auch wenn nicht ganz notensicher, einmalig ist es trotzdem, denn die letzten Textzeilen der Band „You’ll never walk alone“ finden Anwendung. Keiner hat in diesem Moment das Gefühl allein gehen zu müssen. Eine ganze Bahn stimmt in den Song „Eisgekühlter Bommerlunder“ ein und an den Haltestellen werden die Aussteigenden mit einem Ständchen a‘ la „Schönen Gruß, auf Wiederseh’n“ verabschiedet. Man ist eine Familie, die Familie der Toten Hosen.
Ein großes Danke geht an Viktor Schanz für seine genialen Fotos. Schaut mal bei ihm rein…. http://www.viktor-schanz.de
Links:
www.badreligion.com