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Placebo: Never Let Me Go (2022)

Placebo: Never Let Me Go (2022)
Alternative
So Recordings
25.03.2022
https://www.placeboworld.co.uk/

Tracklist:

1. Forever Chemicals
2. Beautiful James
3. Hugz
4. Happy Birthday In The Sky
5. The Prodigal
6. Surrounded By Spies
7. Try Better Next Time
8. Sad White Reggae
9. Twin Demons
10. Chemtrails
11. This Is What You Wanted
12. Went Missing
13. Fix Yourself

Neun Jahre sind ja nun wirklich lang genug gewesen, um sich Gedanken über den weiteren Weg der Band zu machen. Mit „Never Let Me Go“ liefern Brian Molko und Stefan Olsdal ein fulminantes Comeback. Nach den beiden Höhepunkten “Sleeping With Ghosts” und “Meds” mussten sich die Fans der ersten Stunde mit Experimenten und Best-Ofs zufrieden geben. Es folgten unzählige Touren. Immer das gleiche Programm. Gefangen im Hamsterrad. Sowas schlaucht. Daher sei der Band die Zeit der Neufindung gegönnt. Zum Glück hat sich das Warten gelohnt.

Schon der Opener „Forever Chemicals“ kündigt eine Rückkehr zu den rockigen Wurzeln der Band an. Ähnlich verhält es sich mit „Hugz“ – ein persönliches Highlight auf dem nunmehr achten Studioalbum der Band. Der Ton auf „Never Let Me Go“ ist ein kritischer. Hatte die Band schon auf dem Vorgänger „Loud Like Love“ viel zu sagen, verändert sich die Dringlichkeit dieser Botschaften noch einmal drastisch.

„There's a spot in the ocean
And that's where we'll meet
Somewhere far away
Where fish can nibble at our feet
And we can grow fins
Go back in the water“

Heißt es beispielsweise in der Vorabsingle „Try Better Next Time“ – eine utopische Vorstellung. Der Mensch kehrt zurück ins Wasser und versucht, seine vergangenen Fehler zu korrigieren. Wenn es doch nur so einfach wäre. Klanglich gradlinig verpackt und nahezu fröhlich verpackt braucht es eine Weile, bis völliges Verständnis einsetzt.

Besonders überraschend auf „Never Let Me Go“ ist der fünfte Track „The Prodigal“, welcher unerwartet mit Streichern beginnt und sich zeitgleich zu einer bombastischen als auch melancholischen Ballade über das eigene Ableben entwickelt.

Insgesamt umfasst das Album dreizehn starke Songs, von welchen kein Einziger eine Enttäuschung darstellt oder gar Langeweile aufkommen lässt. Placebo zeigen sich vielseitig, ohne den roten Faden zu verlieren. Neben „Hugz“ zählen das zurückhaltende „This Is What You Wanted“ und „Fix Yourself“ zu den weiteren Highlights der Platte. Vor allem letzterer könnte gänzlich vom Klassiker und vermutlich stärksten Placebo Album „Sleeping With Ghosts“ stammen. Besser hätte man das Album kaum beenden können.

Abschließend lässt sich sagen: Placebo sind zurück. Das Album klingt selbstbewusster und besser durchdacht als die letzten beiden Platten und verhilft der Band zu neuer Stärke. Es wird spannend zu beobachten, wohin der Weg Placebo als nächstes führen wird.

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