Lisa Who (Foto: Simon Wahlers)

Freitagabend. Braunschweig. Veganes Restaurant. Lisa Who. Lisa Wer? Die Antwort auf die Frage „Who is Lisa Who?“ muss beantwortet werden. Lisa Who nimmt einen mit, mit auf eine Reise, deren Ziel nur jede/r selbst kennt.

Ungewöhnliche Location – das Tegtmeyer. Urgemütliche Atmosphäre und leckeres Essen. Beim Betreten des veganen Restaurants sitzt Band und Begleitung gemütlich am Tisch und genießt die Spezialitäten des Hauses.  Doch genug vom Essen, um die Musik geht es.

19:30 Uhr, im Keller der Location, begibt sich Support Timo Scharf alias SON ans Mikro und eröffnet den Abend mit den Worten: „Lisa sagt ich soll anfangen, dann mach ich das doch mal“ Der sympathisch, nette, etwas verpeilte Singer Songwriter spielt elf Lieder, von denen am meisten das jüngste Mitglied im Publikum begeistert ist. Daher widmet SON auch seinen Song „Lissie“ der vierjährigen Amelie. Nach noch ein bisschen Eigenwerbung, für ein super einfach erreichbares Festival in Horn (Schweden), kündigt er dann auch schon den Hauptact des Abends an.

Lisa Who. 20:15 Uhr beginnt das Intro von „Wenn Sie tanzt“ und die Band betritt die Bühne. Bei „Alles ist Gut“ wird man sofort an einen anderen Ort getragen.

„Wie schön du bist in der Abendsonne bei 26 Grad –
wie schön du bist hast du dir das mal klargemacht“

Lisa Who (Foto: Simon Wahlers)

Und schon ist man nicht mehr in dem Kellerraum, sondern irgendwo in der Ferne wo die Gedanken einen hinführen. Lisa zeigt worum es ihr wirklich bei ihrer Kunst geht. Sie möchte, dass man sich wohlfühlt. „Ihr müsst nicht stehen bleiben, macht was ihr wollt: Setzt euch hin, legt euch hin und schließt die Augen, was immer ihr wollt!“ Erst trauen sich wenige, des leider doch übersichtlichen Publikums, doch im Verlauf des Konzerts setzen sich immer mehr und lauschen der Musik.

Beim einzigen Coversong des Sets „Life on Mars“  beweist Lisa Who, dass sie auch großartig auf Englisch singen kann. Dann kündigt sie „Sehnsucht“ an, der Song, der als erstes entstanden ist und die Idee oder auch den Sound ihres Debütalbums prägt. Sonst ja eher an den Tasten des Keyboards zu finden, begleitet Lisa ihre eigenen Songs neuerdings auch selbst auf der Gitarre. Der Höhepunkt ist aber unbestreitbar

„Das Rauschen in mir“.

Denn

Musik darf nicht nur 3:30 Minuten dauern dürfen, damit sie im Radio gespielt werden kann. Ich mache auch nicht Musik, damit sie im Radio gespielt wird, sondern für euch.

In dem neunminüten Song wird man durch eine Reihe von Emotionen getragen. 4:30 Minuten rein instrumental hat man viel Zeit zum Augen schließen, Träumen und alles um sich herum zu vergessen. Erst langsam und schwer, entwickelt der Song eine Leichtigkeit von der man mit getrieben wird. Kein Wunder, dass ihr der Song besonders am Herzen liegt. Dem Publikum geht es nicht anders.

Lisa Who (Foto: Simon Wahlers)

Nach dem letzten Song „Keine Rettung“ den sie zusammen mit ihrem Gitarristen Jannis singt, zeigt sie wie wichtig ihr die Kommunikation mit denen ist, die ihre Musik hören:

Das war ’s, lasst uns jetzt reden miteinander, vielleicht und anstoßen.

Eine Künstlerin wie sie liebenswerter nicht sein könnte.

Text: Tabea Mann

Setlist:

  1. Wenn sie tanzt
  2. Alles ist gut
  3. Glücklich ohne dich
  4. Keine Rettung
  5. Ich komme mit
  6. Life on Mars
  7. Auf Federn
  8. Sehnsucht
  9. Ich dreh mich nicht im Kreis
  10. Das Rauschen in mir
    Encore
  11. Keine Rettung

Links:
www.lisawho.de