Impressionen vom Reload Festival (Foto: Torsten Volkmer bs!)

Wir befinden uns im Jahre XXirgendwas n. Chr. Ganz Germanien ist vom Kommerz besetzt… Ganz Germanien? Nein! Ein von unbeugsamen Nordmannen bevölkertes Dorf namens Sulingen hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Die Barden Troubardix, Brüllnix und Amplifix besingen die Freiheit, Brüderlich- und Schwesterlichkeit, die Malteser saufen mit den Samaritern, es fließen Milch und Honigwein, die Schriftgelehrten tummeln sich mit den Amazonen in den Zelten am Rande des Gelages und die feisten Nordgermanen machen es den Besatzern Monetix und Spartanix schwer, auch nur einen Fuß auf den Wiesengrund des Reloads zu kriegen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann …

Es war einmal das Reload! Das Festival dessen LineUp quasi das süße Sahnehäubchen auf einem Berg von Verzückung war, da BesucherInnen wie PressevertreterInnen hier das kleine feine, mit Liebe gemachte und entspannt organisierte Festival einfach genießen und ihre Bands erleben konnten.

„We don’t, don’t give a fuck, and we won’t ever give a fuck un, til you,
You give a fuck about me and my generation.“ (Limp Bizkit)

Monetix, Spartanix und Warwohlnix jedoch waren feiste fiese Mannen, die MMXVI n.Chr. ein hohles hölzernes Wackentier mit Teufelslautsprechern und einem Bauch voller Jägermeistern ins unwegsame Gelände verbrachten, um dem Idyll endlich ein Ende zu setzen. Und noch bevor Idefix, Weißvonnix und Wlannix Lunte rochen, flog ihnen schon die ganze Scheiße um die Ohren. Metaphorisch, denn über „Shit City“ wissen wir nix zu berichten, es lag eine Pilgerreise entfernt und wir haben nie einen Menschen von dort zurückkehren sehen.

„Just a little bit closer save us guide keep us warm“ (Emil Bulls)

Emil Bulls (Foto: Torsten Volkmer bs!)
Emil Bulls (Foto: Torsten Volkmer bs!)

Die meisten, die es in die Enklave Sulingen zog, sie sollen schon vor dem ersten Wellenbrecher in Staub und Sand verendet sein, weil sie ihre Feldflaschen an den Toren verloren und die eine Wasserstelle, der es an Naturdarm und Papiergefäßen fehlte, die Durstenden aus der Quelle schöpfen zu lassen, nie erreichten.

Ähnlich erging es den Schriftgelehrten, die aus allen Teilen Germaniens gekommen waren, über den Paradiesgarten von Sulingen zu berichten, denn sie wussten bis dato nix von Majestrix‘ und Perfiderix‘ feisten Plan, die Schreiberlinge durch Dehydrierung und psychologische Kriegsführungen (lange Wege, kein Wasser, widersprüchliche Informationen, chronisches Nichtwissen oder -antworten) gezielt in den Wahnsinn zu treiben.

Gerüchtefix sagt – der hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon einen Sonnenstich, weil er für jede Information und Supersonderspezialakkreditierung zum Pressezelt latschen musste – einige seien im VIP1-Zelt auf Holzbänke gebunden worden, während ihnen der Oberknebel Beleidigungen ins Gesicht spuckte, welche die Gäste des Gelages gleichermaßen betrafen.

„Die PressevertreterInnen – so lahm wie das Publikum.“2

Impressionen vom Reload Festival (Foto: Torsten Volkmer bs!)
Impressionen vom Reload Festival (Foto: Torsten Volkmer bs!)

„Zu Recht!“, rülpst die Ironie, einen guten Job haben die Legionäre gemacht, immerhin konnten Steak Number Eight, die Eröffnungsband am Festivalfreitag, gänzlich unbehelligt von jedwedem Publikum ihre Würstchen in der Sonne braten und jede/r noch so engagierte FotografIn konnte sich während der Headliner vor dem Bühnengraben mit allen Fünf Fingern in der Nase popeln, während die Herren der Lage das im Staub seiner selbst kriechende Publikum aus der Masse fischten. Für solche Zustände reicht im Grunde auch ein Finger – mit oder ohne Popel.

„Mit CrowdsuferInnen kann ja nun wirklich keine/r rechnen“,

brüllt Sarkastix vom völlig unbewachten 6 Watt Parkplatz, bevor er im Limp Bizkit Pitpass Lotto verliert und sich dem Zaubertrank hingibt, um Die Kassiererglocken irgendwie zu ertragen. „Blumenkohl am Pillemann – warum die Nudistenboulette auf der Hauptbühne blank ziehen muss, während Itchy Poopzkid in ein Zelt verbracht werden, weiß auch keiner“, schimpft Raunefix.3

Die Kassierer (Foto: Torsten Volkmer bs!)
Die Kassierer (Foto: Torsten Volkmer bs!)

Die spinnen die Römer!

Es ist uns unbegreiflich wie es unseren Pressefixen möglich war noch herauszuhören, dass Fjørt – ohne viele Worte zu verlieren – ihren Respekt für das Publikum und ihre Botschaft für Demokratie in die Sonne sandten, dass Dog Eat Dog, Emil Bulls u.v.m. ’ne großartige Show lieferten, Limp Bizkit Nirvanas „Rape Me“ coverten oder Watch Out Stampede und Burning Down Alaska wirklich großartig eröffnet haben.

Fans und Bands – das Reload seid Ihr!

Impressionen vom Reload Festival (Foto: Isabelle Hannemann bs!)
Impressionen vom Reload Festival (Foto: Isabelle Hannemann bs!)

Gallerien:

Links:
www.steaknumbereight.com
www.fjort.de
www.burningdownalaska.com
www.watchoutstampede.de
www.itchypoopzkid.de
www.dogeatdog.nl
www.limpbizkit.com
www.fivefingerdeathpunch.com
www.emilbulls.de

Anmerkungen:

1 Übersetzung aus dem Griechischen: V.I.P. = 6 Watt
2 Pressekonferenz Oliver Kastens
3 Wir möchten uns trotz aller Widrigkeiten bei den Maltesern bedanken, die uns Kaffee mahlen ließen, bei jenen Angestellten von OKS, die ihren Job vorbildlich, freundlich und ohne beleidigend oder sexistisch zu werden mach(t)en.