Elise LeGrow: Playing Chess (2018) Book Cover Elise LeGrow: Playing Chess (2018)
R&B, Soul
S-Curve / BMG
16.02.2018
CD
www.eliselegrow.com

Tracklist:

  1. Who Do You Love (Bo Diddley)
  2. Hold On (The Radiants)
  3. You Never Can Tell (Chuck Berry)
  4. Over The Mountain, Across The Sea (Johnnie & Joe)
  5. Searching For My Love (Bobby Moore & The Rhythm Aces)
  6. Long Lonely Nights (Lee Andrews & The Hearts)
  7. Going Back Where I Belong (Sugar Pie DeSanto)
  8. Rescue Me (Fontella Bass)
  9. You Can’t Judge A Book By The Cover/You Can’t Catch Me (Chuck Berry)
  10. Can’t Shake It (Etta James)
  11. Sincerely (The Moonglows)

Neue Soulstimmen tauchen nicht gerade massenweise auf. Schon gar keine weiblichen. Elise LeGrow ist eine von den neuen Entdeckungen dieses Genres. Mit Ihrem Debutalbum „Playing Chess“ setzt uns die junge Kanadierin in elf musikalischen Zügen Schachmatt.

„Playing Chess“ hat allerdings nichts mit dem Spiel der Könige zu tun, sondern ist als Anspielung auf das legendäre Chess-Label aus Chicago, bei dem einst Größen wie Muddy Waters, Etta James, Bo Diddley und Chuck Berry veröffentlicht wurden, zu verstehen. Und das nicht ohne Grund, denn alle elf Songs des Albums sind Neuinterpretationen von beliebten Klassikern und auch von weniger bekannten Releases dieses Labels.

Die Idee, mit einem Album in die Vergangenheit von Chess einzutauchen, kam von S-Curve Records-Gründer Steve Greenberg und dem Studiogenie Mike Mangini: „Wir waren seit sehr langer Zeit nicht mehr versucht gewesen, mit irgendwem ein Soul-Album aufzunehmen, weil uns schlicht keine Stimme dahingehend bewegte. Aber als Steve und ich Elises Stimme hörten, die unglaubliche Tiefe und Vielfalt besitzt und mühelos zwischen seidener Geschmeidigkeit und erdig-rauen Tönen gleitet, wussten wir sofort, dass wir unser Team wiederbeleben und dieses Album aufnehmen sollten,” sagt Mike Mangini.

So hört man auf „Playing Chess“ Stücke, wie „Who Do You Love” (Bo Diddley), „Can’t Shake It” (Etta James) oder „You Never Can Tell“ (Chuck Berry) in spannenden Versionen, genauso wie „Hold On“ (The Radiants) oder „Long Lonely Nights“ (Lee Andrews).

Wir hatten eine klare Vorstellung davon, wie das Album klingen sollte
und ich verbrachte Stunden, Tage und Wochen damit, Songs auszuwählen,
mit denen ich mich am stärksten identifizierte.

LeGrows Stimme steckt voller Gefühl, Kraft und Glaubhaftigkeit und ihre Interpretationen klingen absolut modern, transportieren aber auch gleichzeitig noch den Charme der späten 50er und der frühen 60er Jahre. Das mag auch etwas an der zeitgemäßen Aufnahmetechnik liegen, die natürlich mit einer deutlich größeren Dynamik als die Originale aufwarten kann.

Die Arrangements wurden sorgfältig gesetzt, um die Essenz der Urfassungen zu erhalten ohne dabei alles andere als nostalgisch daherzukommen. Somit ist es auch kein Manko, wenn einem die frühen Interpretationen nicht vertraut sind. Die Songs von „Playing Chess“ können aber auch den einen oder anderen möglicherweise neugierig auf die alten Song-Schätze machen.

„Als ich erstmals nach New York kam, um mit meinen Produzenten über das Album zu sprechen, nahmen Steve, Mike und ich uns sieben Stunden Zeit, um über das ganze Chess-Material zu grübeln. Es lag eine unglaubliche Energie in der Luft und wir fühlten uns erstmals richtiggehend als Team. Gleichwohl schufen wir eine Menge Raum für Experimente. Die Vielfalt der Platte ergab sich aus dem Aufeinandertreffen meiner eigenen musikalischen Einflüsse mit denen meiner Studiogefährten – genreübergreifend und mehrere Dekaden umfassend. Ich war ein Fan von Etta James, Chuck Berry und Bo Diddley, aber mir war nicht klar, dass die alle Teile der Label-Familie von Chess waren. Ich liebte deren Musik über die Jahre, ohne mir dieser Tatsache bewusst gewesen zu sein,“ erklärt Elise.

Produziert wurde das Werk von Greenberg, Mangini und der R&B-Legende Betty Wright – dem Trio also, das auch für Joss Stones Millionenseller „The Soul Sessions“ an den Reglern saß und dafür zu Recht mit einem Grammy belohnt wurde.

Auf diesem Album sind zwar nur Coverversionen, aber Elise LeGrow schreibt auch eigene Songs, in deren Genuss wir hoffentlich auf einem ihrer nächsten Alben kommen werden.