Donots: Lauter als Bomben (2018) Book Cover Donots: Lauter als Bomben (2018)
Pop/Punkrock
Solitary Man Records
12.01.2018
www.donots.com

Tracklist:

1. Geschichten vom Boden
2. Keiner kommt hier lebend raus
3. Rauschen (Auf jeder Frequenz)
4. Aschesammeln
5. Alle Zeit der Welt
6. Whatever Forever
7. Das Dorf war L.A.
8. Eine letzte letzte Runde
9. Gegenwindsurfen
10. Apollo Creed
11. Der Trick mit dem Fliegen
12. Das alles brauch ich jetzt
13. Heute Pläne, morgen Konfetti

Mit Lauter als Bomben veröffentlichen die Donots ihr elftes Studioalbum, erneut in deutscher Sprache. Die Platte umfasst 13, mal mehr mal weniger poppige, Punkrocknummern, welche bei den vergangenen Jahresabschlusskonzerten der Donots in Osnabrück Weltpremiere feiern durften und vom Publikum bestens angenommen wurden.

Mit den durchschnittlich dreiminütigen Songs, setzen die Donots auf radiotaugliche Ohrwurmmelodien und Thematiken, die sich an eine junggebliebene Zielgruppe richten. Politisch wird es hauptsächlich bei dem totehosen-esken Rauschen (auf jeder Frequenz), welches sich mit klaren Worten an AFD und Co. richtet, aber dabei den eher freundlichen Grundtenor des Albums nicht verändert.

Mit Alle Zeit der Welt liefern die Donots eine groovige Hymne für die Trödler und Träumer, welche mit dem schnellen, dreckigen, nicht mal zweiminütigen Whatever Forever schnell wieder aus ihrer Trance gerissen werden. Der Biss dieser Nummer hätte auch einigen anderen Songs auf der Platte gut getan, kommt aber in dieser Form nur noch beim großartigen Gegenwindsurfen und dem einprägsamen Das alles brauch ich jetzt vor.
Auch die obligatorischen Songs über gute Freundschaften dürfen in Form von Das Dorf war L.A und Eine letzte Runde nicht fehlen bevor die Platte mit dem „Nach mir die Sintflut“-Song „Heute Pläne, morgen Konfetti beendet wird.

Mit 13 Songs bieten die Donots eine ordentliche Auswahl neuen Materials an. Die Songs sind gefällig, eingängig, die Strukturen einfach ohne große Überraschungen – Schlagzeug; Gitarre, ein Solo hier und da, der Bass dröhnt mal mehr mal weniger. und trotzdem: Die Ohrwürmer sitzen, die Tanzbeine schwingen. Auf Lauter als Bomben findet sich gutes Live-Material, welches sich perfekt in die Setlist der Donots einfügen wird … im Prinzip lässt sich nichts Schlechtes über die ausgewählten Songs sagen und doch hätte mensch sich insgeheim etwas mehr gewünscht. Mehr Ecken und Kanten, mehr Experimentierfreudigkeit und vor allem mehr Punk. Natürlich muss nicht immer alles ernst sein, aber in Zeiten wie Diesen, hätten die Donots ihre Plattform für mehr politische Flagge statt der hauptsächlich zwischenmenschlichen Thematiken nutzen können, vor allem, weil sich die sie bereits bei ihrem Vorgängeralbum Karacho entschieden haben, deutschsprachig weiterzumachen und so die Möglichkeit haben, noch mehr wahrgenommen zu werden.

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Thea Drexhage
Thea Drexhage hat Salma Hayek einiges voraus! 100 mm. Wie die meisten Frauen der Redaktion, Duffy, Beth Ditto, Joan Rivers oder Angus Young kann sie die MusikerInnen aus dem Bühnengraben also völlig problemlos sehen, wenn jemand ihren Hocker trägt, wird aber - das hat sie mit Salma dann doch wieder gemein - dennoch viel zu oft auf Ihre Körpergröße, ihre Mähne und ihre leicht misanthropischen Anflüge reduziert. Damit sie also nicht im nächstbesten Titty Twister von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang Menschenmengen und Bläser mätzelt, halten wir “Aggro-Thea”, die zuvor ganze Landstriche in Mecklenburg Vorpommern ausgerottet hat, halbtags im spießbürgerlichen Oldenburger Exil an der langen Leine. Seither legt sich die scheißpünktliche existentialistische Besserwisserin analog mit Satre, Camus & Kodak an und ja, auch wir müssen neidlos zugestehen, dass der Instagram-Account ihrer beiden Katzen “Salma” und “Hayek” mehr Follower pro Tag hat, als unser webzine im ganzen Jahr.