Cosmic Tribe: Gravity (2016) Book Cover Cosmic Tribe: Gravity (2016)
Artist Station Records
29.04.2016
www.cosmictribe.de

Tracklist:

  1. Rubbermaid Lips
  2. 10.000 Miles
  3. Dance With Me
  4. Shout It
  5. Do You Love Me?
  6. Sweet Emily
  7. I Love Your Way
  8. Whipped Man
  9. Strong
  10. Serenade To Freedom
  11. Promised Land

Cosmic Tribe spielen “Neo Hippe Space Rock”. Zumindest laut eigener Aussage bzw. laut Labelinfo. Okay, Scheibe eingelegt und stelle mich somit auf eine Drogengeschwängerte psychedelische Kifferrockmusik ein. Als der Opener `Rubbermaid Lips´ ertönt, gucke ich fragend auf die Hülle. Habe ich wirklich die richtige CD eingelegt? Ja, das habe ich. Die Musik geht schon mal gut rein, obwohl es nicht das ist, was ich erwartet hatte.

`10.000 Miles` beginnt mit einem richtig kernigen Riff und weckt musikalische Parallelen zu neueren The Cult. Und spätestens bei dem eingängigen `Dance With Me` kann ich die Bezeichnung „Neo Hippie Space Rock“ komplett ad acta legen. Stattdessen haben wir hier einen schönen Mix aus (Hard) Rock, einer Prise Retro-Rock und moderne Alternative-Einschläge. Des Weiteren hat man mit diesem Mix auf eine eingängige Hitkompatibilität gesetzt, was mit dem anschließenden `Shout It´ auf eine fuzzige Weise zeigt. Leicht kitschig wird es mit `Do You Love Me?´ dessen Gesangsmelodien an 90er Jahre Pop erinnert. Besser dagegen macht man es mit `Sweet Emily` mit coolen Drumpunches zu Beginn.

Aber man sollte hier mal festhalten, dass die Hannoveraner (mit zwei Brüderpaaren im Line- Up) keine Neulinge sind und schon auf eine längere Bandkarriere zurückschauen können. „Gravity“ ist immerhin schon das vierte Album (das sechste wenn wir die beiden Eigenproduktionen noch dazuzählen). Und genau diese Erfahrung hört man zu jeder Sekunde heraus und man hätte das restliche Album, mit den Songs `I Love Your Way`, ´Whipped Man´ (mit einem unerwartet düster-melancholischen Einstiegsriff!), `Strong` (der Songtitel ist hier Programm), ´Serenade To Freedom` (bei denen Sänger Olli „Acid Eyes“ Busse in den letzten Sekunden wie Roger Daltrey von The Who klingt) und `Promised Land` nicht so kompetent ausklingen lassen können. Cosmic Tribe schaffen dies aber mit einer Leichtigkeit (passend zu der Feder, die das Cover ziert), bei denen viele andere Bands gegen Ende eines Albums gern mal die Puste ausgeht.

Cosmic Tribe haben mit „Gravity“ ein gutes Album am Start, das ganz gut in die jetzige Jahreszeit passt und auch einen guten Anreiz für die kommenden Festivals bietet. Wer also Lust hat auf eine Portion frischen Rock mit modern alternativem Touch hat, der sollte hier reinhören. Zu meckern, gibt es hier nämlich kaum etwas.

 

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Michael Gerlinger

Bei Mike handelt es sich im Einzelnen um allerhand mittelfränkische Verhandlungsmasse, ein wahrer Gentleman, ein wahrer Poet Den Löwenanteil seiner irdischen Sternzeit fristet Metalmike, wie wir ihn nennen, auf 49°17`60″ N, 10°33`34″ O in der Multi Media Abteilung eines Glücksgefühl-Sortimentas. In den 90ern war Gentlemicha der erste, der sich “Musik ist (mein) Leben!” auf die Pommesgabel hat tätowieren lassen, deswegen reichte das Taschengeld auch nicht für ‘ne Baumpatenschaft. Weil Metalmike jeden Tag einen Clown frühstückt, sperren wir ihn in der Regel statt Jack in die Box und füttern ihn für den Rest des Tages hauptsächlich mit Rock- und Metalscheiben, von Weichspülern bis hin zum richtig steilen Zeug à la Mgla, Lifelover und Co.